[Short] Solo: A Star Wars Story

Wie auch bei den Marvels wird es wohl mit der Zeit immer schwieriger werden, die stetig erscheinenden Star Wars-Filme einzeln zu rezensieren. Wenn ich also nicht gleich in einen Redeschwall verfalle, so gibt es für diese Filme von nun auch nur noch Shorts. Dies will natürlich nicht heissen, dass ich "Star Wars" weniger mag - ganz im Gegenteil! Eben erst habe ich mir ein Porg-Plüschtier in Echtgrösse gekauft (das mit dem Erwachsenwerden ist irgendwie an mir vorbeigegangen).

Dieser Film wird ja als "Flop" gebrandmarkt und viele Rezensenten sind eher negativer Meinung. Ich konnte das irgendwie nicht so recht glauben. Die Bilder, die ich gesehen habe, sahen doch vielversprechend aus. Aber sicherheitshalber schraubte auch ich meine Erwartungen runter.

Schlussendlich muss ich gestehen, dass ich "Solo" keineswegs derart desaströs finde, wie einige Andere. Er ist jedoch auch eher fern vom Niveau der bisherigen Veröffentlichungen, "Rogue One" war um einiges stärker. Dabei hätte es bloss ein bisschen mehr Zeit gebraucht, um auch diesem Film eine reelle Chance zu geben. Doch so bleibt er auch handlungstechnisch im Mittelfeld, zu viele bekannte Einstellungen werden verwendet, die man in einem x-beliebigen Actionfilm noch gut finden kann, jedoch nicht bei einer Marke der Grösse von "Star Wars".

Dennoch fügt sich "Solo" schön in die neue Welle ein und schliesst Lücken aus den alten Filmen. Es werden immer wieder Themen aufgegriffen und erklärt, sodass man als Zuschauer schliesslich mit einem runderen Bild dieser speziellen Welt aus dem Kinosaal schreitet.

Nicht gebraucht hätte es, meiner bescheidenen Meinung nach, das übertriebene Liebesgedöns. Jeder, wirklich jeder, weiss, mit wem Han Solo zusammen ist. Als Motivation für den jungen Solo - annehmbar. Der Rest hätte nicht sein müssen. Hätte man lieber die Freundschaft zwischen Chewbacca und Han besser aufgebaut.


Kommentare :

  1. Eins gleich vorweg, ich konnte mir den Film noch nicht ansehen, ich werde jetzt gleich auf die Heimkino-Veröffentlichung warten.

    Wer die schwierige Produktionsgeschichte hinter diesem Film kennt, und diese kennt ausnahmsweise mal wirklich jeder, da diese in den Medien ziemlich breit getreten wurde, weiß, weshalb dieser neue Eintrag im "Star Wars"-Universum im Vergleich mit den anderen Werken etwas schwächer daherkommt.

    Obwohl ich ihn noch nicht gesehen habe, bin auch ich eher deiner Meinung. Mir sind natürlich die Trailer bekannt, und anhand derer würde ich meinen, dass Ron Howard, der Ersatz, sein Bestmögliches getan hat. Und Erfahrung mit dem Regieführen hat er definitiv, siehe seine Vita. Nach dem Ansehen des ersten Trailers war meine Meinung sogar: 'Ron, du hast es wieder einmal geschafft!' (Wer den Schluss-Gag bei der Simpsons-Alec-Baldwin-Kim-Basinger-Ron-Howard-Episode kennt, der wird die Anspielung verstehen)

    Die jungen Wilden, die neue Generation an Regisseuren, die man für die Spin-Off-Star-Wars-Storys einsetzen wollte, sind für die alten Hasen unter Kathleen Kennedy anscheinend zu wild. Josh Trank wurde entlassen, Colin Trevorrow wurde entlassen, bei "Rogue One" wurde Gareth Edwards durch den erfahrenen Tony Gilroy bei den Nachdrehs ersetzt, und hier bei "Solo" wurden Phil Lord und Chris Miller gefeuert, obwohl der Film kurz vor der Fertigstellung stand.

    Ich persönlich bin ein großer Freund von Experimenten und Gegen-den-Strich-bürsten, aus diesem Grund hätte mich schon ein Impro-Star-Wars-Solo-Komödien-Film interessiert, würde der Figur des (jungen) Han Solo sogar eine neue Seite abgewinnen.

    Nach dem offiziell gemachten kommerziellen Misserfolg von "Solo" wurde natürlich Ursachenforschung betrieben, und einige Leute kamen zu dem Entschluss, dass "Solo" deshalb nicht so gut ankam beim Publikum und den Kritikern, weil Han Solo eine Figur ist, die keine Vorgeschichte braucht, die Info-Häppchen aus der Original-Trilogie hätten vollkommen ausgereicht. Ich persönlich hätte jetzt auch keinen Han-Solo-Vorgeschichte-Film gebraucht, eben aus vorhin erwähntem Grund. Ein Boba-Fett-Standalone-Film vom "Logan"-Regisseur James Mangold, der wäre sicher cool geworden, und ein Ewan-McGregor-Obi-Wan-Standalone-Film hätte ebenfalls interessant werden können, weil zwischen Episode 3 und 4 doch eine sehr lange Zeit liegt. Leider werden erwähnte Filme vorerst nicht kommen, weil nach dem "Solo"-Flop wurden die Spin-Off-Filme vorerst gestoppt. Schade.

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    1. Kathleen Kennedy ist mittlerweile 65 Jahre alt, das Alter merkt man ihr schon ein klein wenig an, sie traut sich zu wenig, sie will zu sehr auf Nummer sicher gehen, ist nicht mehr so risikofreudig wie einst in den 80er-Jahren gemeinsam mit Steven Spielberg und George Lucas. Die schnelllebigen jungen 2018er-Regisseure denken und handeln anders als die jungen 80er-Regisseure, sie sind abgedrehter und chaotischer, bieten aber dennoch einen faszinierenden visuellen Stil. Das Jahr 2018 ist so ultramodern geworden, da kann man nicht mehr Filme nach dem Prinzip 'Früher war alles besser' drehen, man muss schon mit diesem seltsamen Strom schwimmen, sonst geht man unter. Kathleen Kennedy soll ja wegen dem "Solo"-Flop Gerüchten zufolge heuer noch ihren Job verlieren.

      Man hätte aus den Standalone-Filmen so viel Innovatives und Einzigartiges machen können, "Rogue One", ein Kriegsfilm, war schon ein sehr guter Ansatz, aber leider hat bereits der zweite Standalone-Film, eben "Solo", alles versaut mit seiner 08/15-Prozedur.

      Bei der Trilogie verhält es sich anders rum. Rian Johnson, der Regisseur von Episode 8, hat dass gemacht, was eigentlich die Standalone-Filme hätten machen sollen, aus dem Einheitsbrei ausbrechen. Man kann aber aus einer jahrzehntelangen, in der Popkultur bereits fest verankerten, Saga nicht aus dem Einheitsbrei ausbrechen. Rian Johnson solle dies lieber bei seiner neuen Trilogie so handhaben die er machen darf, so wie auch David Benioff und D.B. Weiss bei ihrer neuen Trilogie, wo es keinen Skywalker, keine Leia, keinen Han und so weiter gibt.

      So, ich hör jetzt mal auf zu schreiben, ich hab nämlich die Übersicht verloren. :-)

      LG
      Stephan

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    2. Wirklich schade, dass die Spin-Offs vorerst aufs Eis gelegt wurden. «Rogue One» fand ich richtig gut gemacht, eben weil etwas erklärt wurde, was zuvor offen war. Und solche kleinen Details gibt es doch überall zu füllen. Oder wie du sagst, Filme über Nebencharaktere. Von denen gibt es viele spannende und jede hat ihre eigene Geschichte zu erzählen.

      Wie gesagt, hätte man mehr Zeit investiert, denke ich, hätte man den Flop abwenden können. Aber aus einer Figur wie Han Solo einen 0815-Film machen?! Das geht nicht. Das verzeiht einem keiner. Han Solo ist nun einmal nicht 0815.

      Ich finde, Johnson hat Episode 8 richtig gut gemacht und einen Mittelweg zwischen Alt und Neu gefunden. Aber du hast natürlich Recht – in Bezug auf die Hauptreihe ist es schwerer, mit Neuem zu experimentieren. Bei den Standalones hätte man den jungen Wilden mehr Raum geben können, um sich zu beweisen.

      Schade, dass das nicht geklappt hat. Hätte man sie machen lassen, hätte man allenfalls einen passenden Film im Stile des Han Solo bekommen. Der gehört ja auch zu den jungen Wilden.

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    3. "Rogue One" hat mir persönlich auch gefallen, bis auf eine Ausnahme. Wenn ein Science-Fiction-Kriegsfilm schon beworben wird mit Ähnlichkeiten zu dem Klassiker "Apocalypse Now", dann erwarte ich mir schon den Look von "Apocalypse Now".

      "Rogue One" bietet das sterilste Schlachtfeld, das ich jemals gesehen habe. :-)

      LG
      Stephan

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    4. Da ich "Apocalypse Now" leider nicht kenne, kann ich dazu leider nichts weiter sagen. Wobei man meiner Meinung nach eh nicht ständig irgendwas mit irgendwem vergleichen muss. Ein Werk kann ja auch mal nur für sich selbst stehen.

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    5. Du hast natürlich absolut Recht, ein Werk kann und soll für sich selbst stehen. Es gibt ja viele Beispiele, wo Vergleiche dem jeweiligen Werk geschadet haben, anstatt es als eigenständigen Film zu betrachten.

      Wie kannst du "Apocalypse Now" nicht kennen!!!???
      Bei diesem Film muss ich allerdings gleich vorweg nehmen, dass er sehr, sehr speziell ist. So einen Kriegsfilm wie "Apocalypse Now" wird es niemals ein zweites Mal geben. Ein Tipp: Sieh ihn dir nur an, wenn du richtig gut drauf bist. Ich habe mir mal vor einigen Monaten, als ich nur ein klein wenig Down war, die fast vierstündige Redux-Fassung mal wieder angesehen. Während des Ansehens in diesem kleinen schlechten Zustand ging es mir richtig mies innerlich, ich habe mich selbst, mein Leben verachtet. Als dann die Credits liefen, da dauerte es gut eine halbe Stunde, bis ich gedanklich wieder in der realen Welt war. Ich weiß, klingt jetzt ziemlich seltsam abgedreht, aber wenn du dir mal den Film ansehen solltest, verstehst du, was ich meine. Die Kinofassung hat vielleicht nicht so eine Wirkung, aber die Redux-Version, die hats echt in sich.

      LG
      Stephan

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