[Filme] It Follows



It could look like someone you know or it could be a stranger in a crowd. Whatever helps it get close to you.


Schon seit einiger Zeit sind Jaime "Jay" Height (Maika Monroe) und Hugh (Jake Weary) ein Paar und Jay wartet nur noch darauf, dass "es" endlich passiert. Als sie dann endlich miteinander schlafen, endet das Ganze ganz anders als Jay es sich vorgestellt hatte: Hugh eröffnet ihr, dass er ihr ein "Ding" angehängt hat, das man nur durch Sex wieder los wird.

Als sich das Wesen Jay immer öfter nähert, stellt sich dem Mädchen und seinen Freunden die Frage, was sie nun tun sollen...

Bereits als der Film 2015 auf Deutsch erschien und plötzlich überall Rezensionen dazu erschienen, wollte ich mir diesen Horrorstreifen ansehen. Die gelesenen Meinungen dazu waren durchwegs positiv und meine Neugierde wurde geweckt.

Dennoch dauerte es bis jetzt, dass ich dazu kam, mit „It Follows“ anzusehen. Aber besser spät als nie.

Dieser Titel hebt sich stark von den typischen Teenager-Horrorfilmen ab. Es ist kein 0815-Film mit den zu erwartenden Jump Scares und Slasherszenen, sondern ein ruhiger und besonnener Streifen, der eher mit dem Horror spielt, nie zu wissen, wann man in Gefahr ist.

Zwar hätte der Film tatsächlich etwas mehr Spannung vertragen, aber das ändert nichts daran, dass es sich um einen sehr guten Titel handelt. Vor allem sind die Charaktere abseits des Mainstreams angesiedelt (wie ja überhaupt der ganze Film). Die Figuren handeln überlegt, legen sich Pläne zurecht und halten zusammen. Kein Gekreische, kein blödes "In-der-Welt-Herumgerenne" wie in anderen Werken.

Deshalb ist „It Follows“ auch weniger vorhersehbar als andere Horrorfilme und genau das macht viel von meinem positiven Eindruck aus. Wenn man schon eine gewisse Erfahrung in diesem Genre gesammelt hat, wiederholen sich bestimmte Szenen immer wieder. Hier war dies nicht der Fall.

Der subtile Horror, der hier dargestellt wird, gefällt mir sehr gut. Da auch die Figuren, vor allem natürlich Hauptfigur Jay, gut dargestellt werden, kann man sich als Zuschauer in sie hineinversetzen und ihr Verhalten wirkt nachvollziehbar. Maika Monroe spielt ihre Rolle überzeugend und zeigt, wie der Fluch Jay mehr und mehr zusetzt, ihren Verstand durcheinanderbringt, bis niemand mehr weiss, was wahr ist und was nicht.

Auch finde ich die Idee, dass sich das Ding über sexuellen Kontakt überträgt, also eine Art Geschlechtskrankheit zu sein scheint, sehr interessant. So zeigt sich auch hier die Innovation und Kreativität des Films. Dabei sind die Sexszenen nicht voyeuristisch (oder nur im kleinen Rahmen), sondern Teil der Handlung und des Lebens eines normalen Teenagers. Trotzdem weiss ich nicht, ob man sich den Film mit einem 12-jährigen Kind ansehen sollte. Aber vielleicht vertragen die Kinder heutzutage mehr als ich damals.

Auf jeden Fall ist „It Follows" ein sehenswerter Horrorfilm, der mit sehr künstlerischen Bildern arbeitet, und sich eher auf den psychischen Terror konzentriert, als auf billige Effekte und viel Blut. Somit kann ich diesen Film auch jenen empfehlen, die sich ansonsten weniger in diesem Genre aufhalten.

Bechdel-Test: bestanden
Zur Clique von Jay gehören neben ihrem Freund Paul (Keir Gilchrist) auch ihre Schwester Kelly (Lili Sepe) und deren Freundin Yara (Olivia Luccardi). Da kommt es auch zu Gesprächen darüber, wie man nun das Ding los wird und nicht nur (aber natürlich auch) über Männer.

Lieblingsszene: Natürlich jene, in denen Yara aus "Der Idiot" von Dostojewski zitiert :D


Produktionsland: USA
Originalsprache: Englisch
Originaltitel: It Follows
Regisseur: David Robert Mitchell
Label: Northern Lights
Laufzeit: 100 Minuten
FSK: ab 12
Erscheinungstermin: 17.05.2014

Kommentare :

  1. Die Idee ist auch wirklich genial. Dass einfach die eigentlich gewöhnliche Situation, in der eine Person auf dich zukommt, auf einmal zum Horror wird. Ich mochte die Szene mit der alten Frau, das war wirklich gruselig. Die Charaktere waren wirklich sehr sympathisch. :)

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    1. Oh ja, die Szene ist echt gruselig, weil sie auch so verwirrt scheint. Und dann kommt sie immer näher und näher... Da kriegt man echt Gänsehaut!

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  2. Ein wahrlich innovativer Horrorfilm, der zeigt, dass man heutzutage immer noch neues Leben aus diesem Genre herauspressen kann.

    Wenn das Wesen, diese personifizierte Geschlechtskrankheit, auf einen langsam zukommt, dann erinnert mich das irgendwie an die "Ju-on: The Grudge"-Filme, wenn du in der Ecke festsitzt, und Kayako langsam immer näher zu dir kriecht, und ihren Blick nicht von dir abwendet.

    LG
    Stephan

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    1. Definitiv! Mit etwas Kreativität kann man sogar aus dem Horrorgenre noch was Neues rausholen.

      An die Grudge-Filme erinnere ich mich noch gut - Kayako ist echt gruselig! Der Vergleich passt.

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  3. *reinschleich* ich bin's schon wieder... :)

    Ich hab dir grad den Blogger Recognition Award verliehen. (Es ist ok, wenn du ihn nicht annimmst. Ich wollte es dich einfach wissen lassen. :) )
    http://www.hitodama.de/2017/10/blogger-recognition-award.html

    *rausschleich*

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    1. Das ist ja eine tolle Überraschung! Ich freu mich echt sehr :D *hüpf*

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