[Filme] Wolfman




Even a man who is pure in heart and says his prayers by night, may become a wolf when the wolfbane blooms, and the autumn moon is bright.

England, 1891: Durch den Brief der jungen Gwen Conliffe (Emily Blunt) erfährt Lawrence Talbot (Benicio del Toro) vom Tode seines Bruders. Lawrence beschliesst, alles daran zu setzen, den mysteriösen Tod aufzuklären. Die Einheimischen machen den Bären der Zigeuner dafür verantwortlich, doch bei einem Besuch im Lager fällt ein weitaus beängstigerendes Geschöpf über die Menschen her.

Lawrence überlebt den Überfall, die Bisswunde, die er davongetragen hat, heilt erstaunlich schnell. Doch bald muss er feststellen, dass sich noch andere Dinge an ihm verändern...

Das Thema „Werwolf“ kommt bei der Filmchallenge zwar erst Ende Monat dran, dennoch habe ich dieses Thema ein paar Wochen vorgezogen. Hätte ich genügend Zeit, hätte ich dafür auch gerne „Teen Wolf“ zu Ende gesehen, aber das liegt wohl leider nicht drin. Deshalb habe ich mich auf Netflix nach einem Werwolf-Film umgesehen und beim Namen Benicio del Toro hängen geblieben.

Und ein weiteres Mal finde ich mich in England wieder, dieses Mal 1891- aber auch hier in einem kleinen Dorf mit einem gruseligen Haus und viel Nebel. Aber im Gegensatz zu „Die Frau in Schwarz“ geht es in diesem Streifen ein ganzes Stück rasanter zu.

Schon zu Beginn werden wir mit mehreren Morden konfrontiert, die Zigeuner ziehen durchs Land und Fackeln werden angezündet. Mittendrin del Toro, der mit seinem leicht verlebten Gesicht sehr gut in die ganze Szenerie passt. Der Start in den Film ist also geglückt und mit mystischen Rätseln und Andeutungen gespickt.

Doch bei solchen Streifen ist es stets wichtig und aussagekräftig, wie mit der Verwandlung umgegangen wird. Viele Filme driften dann in ein stumpfsinniges Kämpfen ab, folgen ausgetretenen Pfaden und kauen das Altbekannte noch einmal durch. „Wolfman“ schafft es zum Glück, immer haarscharf die Kurve zu kratzen.

Zugegebenermassen bietet der Film nichts wirklich Neues oder Überraschendes, obwohl von Anfang an feine Hinweise auf einen Twist gestreut werden, den ein geübter Zuschauer aber rasch durchschaut. Dennoch wimmelt es in diesem Titel von kleinen schauspielerischen Highlights, vor allem von del Toro, der den Wahnsinn, dem seine Figur ausgesetzt ist, sehr gelungen darstellt.

Ich wiederhole mich, wenn ich sage, dass man Horrorfilme grundsätzlich nicht wegen ihres kreativen Plots schaut. Geht man auf diese Weise an dieses Genre heran, kommt es zu vielen positiven Überraschungen. Erwartet man jedoch zu viel, dann wird man meines Erachtens nach sehr oft enttäuscht.

Da ich also nicht alle Welt von „Wolfman“ erwartete, durfte ich mich ein paar Stunden genüsslich zurücklehnen, Gemetzel beiwohnen und del Toro bestaunen. Auch das Setting ist gelungen, das Ende meiner Meinung nach ebenfalls. Also ein durch und durch sehbarer Vertreter seines Genres.


Bechdel-Test: nicht bestanden
Gwen ist eine wichtige Figur, ebenso die Zigeunerin. Doch wenn es so weit kommt, dass zwei Frauen miteinander reden, dann ist stets nur Lawrence und seine Verwandlung ihr Thema. Eigentlich naheliegend, denn dies ist doch eine sehr dringende Sache und anderer Gesprächsstoff wäre irgendwie unpassend gewesen.

Lieblingsszene: Die, als der Psychiater an der Sitzung beweisen will, dass Lawrence sich seine Lykanthropie nur einbildet und eines Besseren belehrt wird. Auch eine sehr schöne darstellerische Leistung del Toros.


Produktionsland: USA
Originalsprache: Englisch
Originaltitel: The Wolfman
Regisseur: Joe Johnston
Label: Universal
Laufzeit: 102 Minuten
FSK: ab 16
Erscheinungstermin: 11.02.2010

Kommentare :

  1. Nicht zu vergessen zu erwähnen, dass sein Gegner in diesem Film Sir Anthony Hopkins ist. :-)

    Puh, lang ist es her bei mir, dass ich diesen Film sah.

    Ich kann mich an ihn eigentlich gar nicht mehr erinnern. Was ich allerdings noch weiß ist, dass ich ihn aufgrund seiner visuellen Effekte und seiner Action mochte.

    Weitere Werwolf-Movies, die du dir ansehen könntest:
    "An American Werewolf In London" von Regisseur John Landis
    "An American Werewolf in Paris" (Die Fortsetzung)
    "Wolf - Das Tier im Manne" mit Jack Nicholson und James Spader

    Diese drei oben erwähnten sind mir spontan eingefallen.

    Auch, wenn viele nicht derselben Meinung sind wie ich, aber ich persönlich finde ich "Underworld"-Reihe unterhaltend.

    LG
    Stephan

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    1. Die Effekte sind in der Tat nicht schlecht, vor allem die Verwandlung ist sehr gelungen.
      Die "American Werwolf"-Filme sind ja ziemlich bekannt, muss ich mir vielleicht auch mal ansehen. Erst einmal schau ich die pubertierenden Werwölfe weiter ;)
      Die "Underworld"-Filme wollen wir uns irgendwann auch noch ansehen. Hatten mal überlegt, Teil zwei im Ausverkauf mitzunehmen, doch dann beschlossen, lieber erst mit dem ersten Film anzufangen.

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