[Filme] Red Hill

Red Hill, 2010

Don't go crawling up my arse just yet, Constable. Haven't had breakfast yet.

Um seiner schwangeren Frau eine ruhige Umgebung zu bieten, lässt sich der junge Shane Cooper (Ryan Kwanten) ins abgelegene Red Hill versetzen. Alice (Claire van der Boom) hatte bereits einmal unter dem Trubel einer grossen Stadt gelitten und noch einmal soll das nicht passieren.

Dort, im australischen Niemandsland, ist man besser zu Pferd unterwegs und die Bewohner sind abgehärtet durch die tägliche Arbeit in der Natur. Doch aus Shanes ruhigem Leben wird nichts, denn schon an seinem ersten Arbeitstag bricht ein gefährlicher Häftling (Tommy Lewis) aus dem Gefängnis aus. Sein Ziel: Rache. Rache an Red Hill...

Dieser Film stand lange im Regal "Empfehlungen" unserer Bibliothek. Schon oft habe ich ihn aus dem Fach genommen, angeschaut und doch wieder zurückgelegt. Bis ich mich dann doch dazu entschied, "Red Hill" eine Chance zu geben. Ich habe es nicht bereut. Und ausserdem erfahren, dass es in Australien auch kalt werden kann...

Ansonsten fällt mir zu diesem Film vor allem eines ein: Der beschissenste erste Tag im neuen Job überhaupt!

"Red Hill" beginnt wie ein typischer "Fish out of Water"-Film. Shane muss sich umgewöhnen, denn in diesem (schlussendlich doch nicht ganz so) idyllischen Städtchen im Nirgendwo Australiens laufen die Dinge ganz anders als gewohnt. Doch mehr und mehr verdüstert sich die Stimmung, um sich schlussendlich um 180 Grad zu drehen und alles, was man zu wissen glaubt, sich als etwas ganz Anderes herausstellt.

Dmitri Golovko steuert die Musik bei und untermalt so die Landschaftsbilder und das Handeln der Figuren mit überaus passenden Klängen, die sich direkt unter die Haut des Zuschauers graben. Was diesen auch nicht mehr loslässt, ist die Frage nach dem Warum. Je mehr der Film voranschreitet, desto mehr möchte man einfach nur wissen: Weshalb? Tommy Lewis mimt den schweigsamen Jimmy Conway, der auf einem Rachefeldzug quer durch Red Hill ist. Dieses Schweigen macht ihn nur noch mysteriöser und schiebt Golovkos Soundtrack noch mehr in den Vordergrund.

Es ist ein untypischer Film, der ohne grosses Heldengetue amerikanischer Blockbuster auskommt. Es ist ein dramatischer Film, ohne Hollywood-Drama. Es geht um Überzeugungen, Konflikte und darüber, wie man sie nicht lösen sollte. So wie "Red Hill" nicht viele Worte verliert, mache ich auch hier kein grosses Blabla, sondern schliesse damit, dass dieser Film wirklich ins Regal mit den Empfehlungen gehört.

Sehenswert, ohne Wenn und Aber.

Bechdel-Test: nicht bestanden
Frauen sind zwar teilweise als Auslöser für bestimmte Handlungen eingefügt, aber die die Handelnden sind allesamt Männer.

Lieblingsszene: Die letzten gesprochenen Worte des Films. Und nein, ich verrate nichts.

  

Kommentare :

  1. Diesen Film wollte ich mir auch bereits vor etwas länger verstrichener Zeit ansehen. Als im Jahr 2014 der Film "The Expendables 3" ins Kino kam, da erfuhr ich in mehreren Making Ofs und Kritiken, dass Produzent Sylvester Stallone Regisseur Patrick Hughes unbedingt für den dritten Teil haben wollte als er dessen Werk "Red Hill" sah. Und wenn ich so etwas lese, dann will ich natürlich angesprochenen Film, eben "Red Hill", natürlich sehen. Hat sich bis jetzt nur leider nicht ergeben. Anhand deiner Rezi zu urteilen muss ich dies so schnell wie möglich nachholen.

    Süß, du machst bei Filmen und Serien dieselbe Erfahrung wie ich. :-)
    Auch ich habe des Öfteren einen Film oder eine Serie längere Zeit auf meiner To-Watch-Liste allerdings aus irgendwelchen unerklärlichen Gründen immer hinten angestellt. Dann plötzlich sehe ich mir nach länger verstrichener Zeit dann doch besagtes hinten angeschobenes Werk an, und siehe da, ich habe es nicht bereut, den Film, die Serie gekauft zu haben, ich habe es lediglich bereut, den Film, die Serie so lange aufgeschoben zu haben. :-)

    LG
    Stephan

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    1. "Red Hill" ist wirklich sehenswert und ich hoffe, dass du irgendwann dazu kommst, den Film zu sehen. Ich empfehle es wirklich :)

      Oh ja! Genau so ist es :D Das habe ich auch bei Büchern etc. Und ich denke, es geht wirklich vielen Menschen so. Das Angebot an Filmen, Serien etc. ist einfach riesig. Man kommt leider nicht dazu, ganz alles zu sehen/lesen/spielen etc.

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    2. Danke für deinen Tipp. :-)

      Schon schade, ich versuche immer, es irgendwie einigermaßen hinzubekommen, aber jedes Mal, wenn ich glaube, es haut hin, kommt urplötzlich ein anderer Film oder eine andere Serie dazwischen. :-)

      LG
      Stephan

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    3. So geht es mir doch auch :D Bei den Serien ist es ganz schlimm - vor allem, wenn es auf ein Staffelende (oder gar das definitive Ende) zugeht. Da höre ich ganz plötzlich auf zu schauen und schiebe was anderes dazwischen. Ich glaube, das ist die Angst vor dem "es ist vorbei" (oder dem Rezi-schreiben? ;)

      Aber auch bei den Büchern kommt mir immer etwas anderes dazwischen. Naja, das geht allen so. Zumindest in meinem Freundeskreis gibt es niemanden, der nicht schon über dieses Thema geseufzt hätte ;)

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    4. Bei dir ist das auch so?
      Ich kann mich noch erinnern, als ich total auf "Nip/Tuck" abfuhr, und wie traurig ich war, als ich die aller letzte Folge gesehen habe. Auch mein Filmfreund muss kurz vor der letzten Staffel das Anschauen beenden, weil er es nicht aushält, dass die Serie bald endgültig zu Ende ist. Wie du siehst, geht es nicht nur dir und deinem Bekannten-/Freundeskreis so, auch ich und mein Bekannten-/Freundeskreis haben emotionale Probleme mit diesem Thema.

      LG
      Stephan

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    5. Ich bin wirklich froh zu hören, dass es auch anderen so ergeht wie mir. Bisher dachte ich eher, dass die meisten das nicht unbedingt verstehen...

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    6. Auch ich war damals bei meinem Filmfreund verwundert, dass dieses Gefühl doch häufiger vorkommt. Es ist ein schönes und trauriges Gefühl zugleich.

      LG
      Stephan

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    7. Stimmt, traurig und schön gleichzeitig. Sehr schön ausgedrückt :)

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