[Filme] The Good The Bad The Weird

"The Good The Bad The Weird" ist ein klassischer Westernfilm (wie der Titel, der auf einen der berühmtesten Westernfilme überhaupt anspielt, vielleicht schon vermuten lässt). Der Film hat alles, was es braucht: Cowboys, Revolverhelden, Pferde, Wüsten, Verfolgungsjagden, Schiesserein, Dampfloks...

Nur, dass der Film in Asien spielt und alle Figuren Asiaten sind.
Ein asiatischer Western also. Kann das gut gehen? Ja, kann es.



Auf der Jagd nach einer Schatzkarte treffen The Good (Park Do-won) gespielt von Jun Woo-sung, The Weird (Yoon Tae-goo) gespielt von Song Kang-ho und The Bad (Park Chang-yi) gespielt von Lee Byung-hun aufeinander. Jeder will natürlich den Schatz für sich haben, doch der gemeinsame Feind bringt Do-won und Tea-goo dazu, zusammen zu arbeiten. Doch Chang-yi ist den beiden dicht auf den Versen...

Dieser Film ist eine hübsche Hommage an die typische Westernfilme Amerikas, aber dieses Mal werden wir in die wilde Mandschurei in den 30ern entführt. Das perfekte Setting für einen Asia-Western, denn die weiten Wüsten und vereinzelten Dörfer laden hervorragend dazu ein, sich wilde Gefechte auf schnellen Pferden zu liefern.

Grundsätzlich hatte ich hier etwas mehr Comedy-Elemente erwartet als schlussendlich vorkamen, dennoch ist der Film sehr kurzweilig und richtig gutes Popcornkino nach einem anstrengenden Tag. Zwar weist die Story ein paar Lücken auf (z.B. erfährt man nur im Bonusmaterial, was aus Tae-bos Freund wurde, nachdem er schwer verletzt worden ist), aber das kann man verschmerzen.

Wie man es in einem Film mit vielen Kampfszenen erwarten kann, wird es auch teilweise blutig, aber ohne übertrieben zu wirken. Die Figuren sind alle nett gezeichnet, lassen aber etwas Tiefgründigkeit missen. Mich störte dies beim Zuschauen aber nicht, da ich sogar noch weniger Charaktertiefe erwartet hatte, als schlussendlich geliefert wurde. Dies kann man auch über die schauspielerische leistung der darsteller sagen: sie passt zum genre, weder grottenschlecht, noch richtig genial. Somit ergibt sich für "The Good The Bad The Weird" ein sehr gesundes Mittelfeld.

Was ich an diesem Film aber loben muss, sind die schönen Hintergründe (mit wenig Greenscreen) und vor allem die extrem gelungene Kameraarbeit. Die Handlung selbst hat ein paar Hänger, spitzt sich aber mehr und mehr zu und das erlebt man auch anhand der Kameraperspektive. Sobald es losgeht ist man mittendrin. Da landen Blutspitzer auf dem Bildschirm, beim reiten zittert das Bild (ohne unscharf zu werden!), mal liegt man unten, mal fliegt man, mal rast man dahin - einfach genial krass! Richtig, richtig gute Arbeit! Diese Szenen sind richtig atemberaubend und unvergesslich!

Bechdel-Test: nicht bestanden
Ausser der stummen Grossmutter gibt es in diesem Film praktisch keine Frauen. Nicht einmal für das Sexappeal (dafür sorgt The Bad wohl schon genug ;).

Lieblingsszene: Eindeutig die Verfolgungsjagd in der Wüste - einfach nur geil!

 

Kommentare :

  1. Ohhhh, du hast ihn bereits gesehen!!!!

    Seitdem ich vor Jahren mal einen Trailer sah, wollte ich ihn mir unbedingt ansehen, eben aufgrund dieser geilen Kamerafahrten. :-)

    Du siehst ja gerne Eastern, die auf Western machen, und auch Takashi Miike:
    Neben "The Good The Bad The Weird" gibt es nämlich noch einen Takashi-Miike-Eastern-Western, denn ich ebenfalls noch unbedingt sehen möchte, und zwar "Sukiyaki Western Django". Da hat sogar Quentin Tarantino höchstpersönlich einen Gastauftritt. :-)

    Ich bin ja froh, dass es das Internet gibt (wir beide hatten ja schon mal so eine Unterhaltung hierüber). Vor einigen Jahren, kann ich mich noch erinnern, war ich beim Media Markt, und wollte mir oben erwähnten Miike-Western kaufen. Als ich dem Verkäufer den Titel meines gesuchten Filmes nannte, sah mich der an, als ob ich vom anderen Stern komme. Im Internet bekommst du selbst die undergroundigsten Underground-Film. :-)

    LG
    Stephan

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    1. Oh, der Film klingt klingt klasse - kommt gleich auf die Wunschliste :) Miike ist sowieso immer eine Sichtung wert.
      Media Markt ist sowieso nicht wirklich die Anlaufstelle, wenn man etwas Bestimmtes sucht (meistens haben sie es nämlich nicht ;) Da lob ich mir das Internet ebenfalls!

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    2. Ja, ein richtiger Film- und Serienfan kennt dank des Internets keine Grenzen. :-)

      LG
      Stephan

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