[Filme] Captain America: The First Avenger & Captain America: The Return of the First Avenger

Captain America ist natürlich DER Held Amerikas. Geschaffen in den 40er Jahren, während des Zweiten Weltkrieges, ist er heute Teil der Avengers und kämpft nun auf der Leinwand gegen Nazis und klärt nach seinem Kälteschlaf im 21. Jahrhundert Komplotte auf.

Wir haben beide Captain America-Filme kurz hintereinander gesehen, was ganz gut funktioniert hat. Natürlich vermarktet sich ein Held namens"Captain America" ausserhalb Amerikas eher weniger gut (so erging es zumindest den Comics), aber als Filmheld macht er auch ausserhalb der USA einiges her.

Da wir unterdessen genügend "Amis gegen Nazis"-Filme gesehen haben, fand ich es im ersten Teil ganz angenehm, dass der Hauptfeind nur eine Subspezies war. Eine ziemlich lustige noch dazu.
Als Cap sich im zweiten Film mit Natascha Romanoff zusammentut, hatte ich erst die Befürchtung, dass der "Return of the First Avenger" in Richtung "Böses Russland" tendiert. Doch ich wurde positiv überrascht.

Natürlich sollten sich die neumodischen Marvel-Verfilmungen auch ausserhalb Amerikas verkaufen, vielleicht wurde dabei darauf geachtet, nicht zu sehr in Klischees über das patriotische Amerika abzudriften - was bei Captain America rasch der Fall hätte sein können.

Aber in beiden Fällen ist es den Teams gelungen, spannende Marvel-typische Geschichten zu erzählen, die auch weltweit gut funktionieren. Etwas Humor, etwas Drama und viele Actionszenen = ganz viel Spass für die Zielgruppe.

Insgesamt gefiel mir wohl der zweite Teil ein wenig besser, auch wenn mir im ersten Film die WW2-Stimmung auch ganz gut passte. Aber ich finde den Gedanken interessant, dass Cap 70 Jahre verpasst hat und sich nun in einer neuen Welt zurechtfinden muss. Dieser Part hätte meiner Meinung nach etwas besser herausgearbeitet werden können. Irgendwie ging das alles etwas zu schnell, dafür dass in den letzten 20/30 Jahren so viel technischer Fortschritt über die Welt gekommen ist. 

Was mir in beiden Teilen eher negativ aufgefallen ist, ist das Frauenbild (ausserhalb des Bechdel-Tests). In Teil eins ist Peggy Carter für - ja, für was eigentlich, zuständig? Ausser natürlich, den Cap auf Trab zu halten. Der Film wäre ohne sie derselbe gewesen. Im Übrigen springt sie Captain America sofort an, kaum dass er ein paar Muckis mehr hat. So viel zum Thema "innere Schönheit". Anfangs hatte sie für ihn kaum einen Blick übrig.

Im zweiten Film mischt die Schwarze Witwe ganz vorne mit, was mir gut gefällt. Scarlett Johansson gefiel mir bereits in den Avangers und auch hier leistet sie gute Arbeit, wobei ihre Darstellung in "The Avengers" ein Deut besser ist. Aber wieso kann sie mit Cap über nichts anderes reden als über Dates?! Haben die sonst kein Thema?! Das ist schon ein wenig traurig, oder?

Bechdel-Test: lasse ich aufgrund der obigen Punkte mal so stehen.

Ansonsten natürlich toll gemachte Filme. Ich wurde gut unterhalten.


Kommentare :

  1. Auch mir gefallen beide Filme, als Marvel-Gesamtwerk betrachtet sind für mich allerdings die "Captain America"-Movies die schwächeren Vertreter, was höchstwahrscheinlich an deinem angesprochenen Amerika-Hurra-Patriotismus liegen mag, den man hier dennoch deutlich spürt.

    Übrigens:
    Du hast recht, man wollte Cap auch außerhalb der Vereinigten Staaten verkaufen, aus diesem Grund heißt er im deutschsprachigen Raum auch "The First Avenger", in der Hoffnung, dass wir Europäer einen "Avengers"-Bezug merken, und nicht den Amerika-Bezug.

    Mit Peggy Carter magst du schon recht haben, mehr Gewicht bekommt sie übrigens in ihrer eigenen Fernsehserie "Marvel's Agent Carter", wo ja auch Tony Starks Vater mitmischen darf.

    LG
    Stephan

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  2. Auch ich finde die Cap-Filme im Gesamtbild etwas schwächer als den Rest, aber das liegt wohl wirklich daran, dass wir Europäer sind. Auf uns wirkt dieser "Extrem-Patriotismus" schon eher abschreckend (ich glaube, es käme schlecht an, wenn z.B. Deutschland ähnliches versuchen würde). Man muss es Chris Evens aber lassen, dass er dieser Figur auch ausserhalb der USA ein sehr sympathisches Gesicht gibt.

    Oh, die Serie könnte etwas für mich sein! Starks Vater gefiel mir auch sehr gut und fand es etwas schade, dass er nur so kurz auftrat :)

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    1. Selbst, wenn der Extrem-Patriotismus nicht so mit dem Dampfhammer daherkommt, wie beispielsweise ein Michael Bay-Film, dennoch spürt man ihn im tiefsten Inneren, und dies lässt uns Europäer leicht an Cap verzweifeln.

      Das finde ich jetzt irgendwie interessant:
      Wenn Amerika patriotisch ist, dann ist es schon heroisch, aber wenn Deutschland patriotisch sein möchte, wie schon bei einigen Projekten vorgekommen, dann kommt es irgendwie plump und unbeholfen daher.

      Chris Evans hat auf jeden Fall Captain-America-Sympathien hervorgebracht, auch für Nicht-USA-Mitglieder, das ist wahr.

      Starks Vater ist toll, mich persönlich würde ja interessieren, ob der Vater denn auch so wie der Sohn ist, sprich, arrogant und egomanisch bis zum geht nicht mehr. :-)

      LG
      Stephan

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    2. Spürbar ist der Patritismus hier natürlich sehr, aber auch in vielen anderen Filmen wird er teilweise auf die Spitze getrieben. Da finde ich diese Filme hier eigentlich noch annehmbar gemacht, es hätte definitiv schlimmer kommen können.

      Die Frage bezüglich Starks Vater würde mich auch sehr interessieren :) In den kurzen Momenten im Cap-Film hatte ich das Gefühl, dass er auch sehr von sich überzeugt ist, aber nicht so sehr wie Tony. Aber in den paar Minuten lässt sich das natürich schlecht beurteilen.

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    3. Da hast du natürlich auch wieder recht, verglichen mit anderen Filmen (und noch einmal Michael Bay *ggg*) ist in den beiden "Captain America"-Movies weniger Patriotismus, und das trotz seines Namens. :-)

      LG
      Stephan

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    4. Oh ja, Michael Bay mischt da auch ganz weit vorne mit :D Irgendwie gehört das einfach zu den Amis :)

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