[Filme] Hulk (2003)



You know what scares me the most? When it happens, when it comes over me... and I totally lose control, I like it.


1976: Dr. David Banner (Nick Nolte) forscht daran, das menschliche Immunsystem zu verbessern. Obwohl es ihm verboten wurde, testet er auch an sich selber. Als er Vater wird, merkt Banner schon bald, dass sein Sohn anders ist als andere Kinder...

30 Jahre später: Bruce Banner (Eric Bana) ist unterdessen auch Forscher und hält seine Eltern für tot. Bei einem Unfall in seinem Labor rettet er zwar seinem Mitarbeiter das Leben, weckt in sich jedoch etwas ganz Anderes zum Leben...

Nachdem ich mich als Jugendliche nicht dazu durchringen konnte, den Film zu Ende zu sehen (wegen der vielen Tierversuche in der Anfangsszene), habe ich ein paar Jährchen später dieses Versäumnis nachgeholt. Schliesslich will ich doch ein so komplettes Bild des Marvel-Universums haben, wie möglich.

Nun kann ich sagen, dass ich gut daran getan habe, damals abzubrechen, denn mein jüngeres Ich hätte den Film kaum ertragen. Nur schon die Szene mit den Hunden, nachdem mich bereits das Intro sehr mitgenommen hatte - nein, das wäre nicht gegangen. Unterdessen bin ich älter und kann mich besser von sowas distanzieren (oder bin einfach abgestumpft, wie das im Verlauf des Lebens so unschön passiert).

Der Film selbst schaffte es leider nicht, mich zu überzeugen (auch ohne die obig genannten Szenen zu beachten). Ich kam einfach nicht in die Handlung rein, so sehr ich es auch versuchte. Die Figuren blieben mir alle fremd und die ganze Ausgestaltung der Geschichte wirkte auf mich überladen.

Für mich persönlich hätte man die Vater-Sohn-Beziehung in den Mittelpunkt stellen können, diese besser ausarbeiten, mehr Gefühl in ihre Szenen legen können. Der ganze Handlungsstrang mit Glenn (Josh Lucas) schien mir etwas zu viel, zu reingepatscht. Vor allem, wie man sich ihm schlussendlich entledigt hat - das wirkte ein klein wenig lächerlich.

Mehr kann ich dazu kaum noch sagen, denn bereits nach einigen Tagen scheint der Film schon wieder aus meinem Kopf zu verschwinden. Vielleicht tue ich dieser Verfilmung Unrecht, da ich von den neuen Marvels zu verwöhnt bin - sollte dem so sein, entschuldige ich mich!

Bechdel-Test: nicht bestanden
Das Universum besteht wieder einmal aus genau einer Frau, die noch dazu nur dazu da ist, von all den vom Testosteron getriebenen Männlein gerettet zu werden.

Lieblingsszene: Theoretisch keine wirklich, wenn ich eine wählen müsste, dann die, als Betty (Jennifer Connelly) die Treppe zu Hulk runtergeht.


Produktionsland: USA,
Originalsprache: Englisch
Originaltitel: Hulk
Regisseur: Ang Lee
Label: Marvel
Laufzeit: 138 Minuten
FSK: ab 16
Erscheinungstermin: 03.07.2003

Kommentare :

  1. Ah, die unübersichtliche Welt des "Hulk". :)

    Ich habe mir damals die Serie "Der unglaubliche Hulk" mit Bill Bixby als Banner und Lou Ferrigno als Hulk (wird sehr gerne bei unter anderem "King of Queens" parodiert) angesehen.

    Das Witzige oder auch Interessante ist, dass du zwar einerseits dem Film Unrecht tust, aber andererseits auch wiederum nicht. Einerseits tust du ihm Unrecht, weil Hulk selber nicht zum Marvel Cinematic Universe gehört, also, die Figur schon, nur der Rest nicht.

    Lass es mich versuchen, das Wirrwarr zu entwirren:
    Das Studio Universal hat die Rechte an Hulk-Filmen, Marvel jedoch NUR an der Figur. Aus diesem Grund wird es auch niemals (sag niemals nie - Jahre ziehen ins Land, und Rechte wandern ja auch sehr gerne *ggg*) einen Hulk-Solofilm mit Mark Ruffalo geben. Auch, wenn es, zehn Jahre nach dem Start des Marvel Cinematic Universe, nicht mehr so leicht möglich ist, aber du musst die Hulk-Solofilme distanziert betrachten, auch den besseren mit Edward Norton als Hulk.

    Um zum eigentlichen Punkt zurückzukommen, du tust meiner Meinung nach einerseits dem Film mit Eric Bana Unrecht, weil, wie ich finde, er sehr schön gemacht ist, mir gefällt die Idee mit den Splitscreens, sodass man meinen könnte, man würde in einem Comic blättern. Mir gefällt auch, dass dies mehr ein Charakterdrama als ein Comic-Action-Blockbuster ist - was für mich persönlich der einzige Nachteil an den meisten Marvel-Cinematic-Universe-Produktionen ist.

    Andererseits hast du allerdings auch Recht mit deiner negativen Bewertung. Ich habe auch heute immer noch das Gefühl, dass der Hulk-Solofilm mit Eric Bana unvollständig ist, dieses Gefühl kommt einem einfach Hoch beim Ansehen. Am merkwürdigsten fand ich den Endkampf, der eigentlich keiner ist, zwischen Hulk und seinem mutierten - oder was dies auch immer sein soll - Vater. Ich habe schon öfters geschrieben, dass es Filme gibt, wo die Story keinen Sinn ergibt, aber eigentlich noch nie musste ich schreiben, wie wenig Sinn diese expressionistische, teil existenziell angehauchte Kampf-Sequenz ergibt.

    Ich würde an dieser Stelle, nach zehn Jahren Marvel Cinematic Universe, immer noch behaupten, dass beide Hulk-Filme, der eine mit Eric Bana und der andere mit Edward Norton, für sich allein stehend gute bis sehr gute Filme darstellen aufgrund der unterschiedlichen Herangehensweise an Figur und Geschichte.

    Dank Ang Lee als Künstler-Drama-Charakter-Regisseur und Louis Leterrier als purem Action-Realismus-starkem-Kontrast-Regisseur wissen wir wenigstens, dass Hulk eine dankbare Figur ist, die sich mit allen Genres verträgt. :)

    LG
    Stephan

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    1. Achso, hätte ich beinahe vergessen. Ist nämlich auch wichtig, finde ich.

      Dieser Hulk-Film mit Eric Bana erschien bereits im Jahr 2003, und erst fünf Jahre später, 2008, wurde mit dem ersten Film, "Iron Man", das Marvel Cinematic Universe eingeläutet.

      Der erste "Iron Man" startete übrigens im Mai 2008, der Hulk-Film mit Edward Norton erschien danach, im Juli 2008. Das würde auch irgendwie erklären, weshalb der Hulk-Film mit Edward Norton mehr in Richtung Marvel geht, weil eben der erste "Iron Man" mit seiner Art der Inszenierung beim Publikum ankam.

      LG
      Stephan

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    2. Ah ja, die typischen Marvel-Verwirrnisse. Ich kenne das ja von Spiderman her, wusste aber nicht, oder nur am Rande, dass es sich mit Hulk ähnlich verhält. Danke für die Ausführungen.

      Mensch, ich hoffe jetzt einfach mal, dass es irgendwann doch so weit sein wird, dass Mark Ruffalo seinen Solo-Film kriegt. Er ist und bleibt für mich DER Bruce Banner.

      Die Splitscreens - ach ja, die wollte ich in der Rezension auch noch erwähnen, aber dann sind sie mir entgangen. Ich finde die Idee eigentlich nicht schlecht, finde aber, dass es an der Umsetzung etwas hapert. Für mich kam in den sowieso schon überladenen Film noch mehr Unruhe hinein, obwohl es an einigen Szenen ganz gut eingesetzt wurde.

      Für ein richtiges Charakterdrama fehlte mir leider die Tiefe und die Konzentrationen auf Bruce und/oder seinen Vater. Hätte man sich darauf konzentriert, wäre bestimmt ein schöne Charakterstudie herausgekommen. Leider ist dies in meinen Augen vertan worden.

      Dieser Schlusskampf ist ziemlich interessant. Er passt irgendwie zu diesem Film, der sich nicht einordnen lassen will und einmal dies sein will, dann wieder jenes. Somit ist für mich definitiv der Film mit Edward Norton meine Referenz für Hulk-Solofilme (zumindest bis irgendwann vielleicht doch noch einer mit Ruffalo erscheint).

      Deiner abschliessenden Schlussfolgerung kann ich wiederum ganz und gar zustimmen :)

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    3. Gern geschehen. Ah ja, die freundliche Spinne aus der Nachbarschaft ist ja noch konfuser, was das anbelangt.

      Ich stimme dir absolut zu, Mark Ruffalo ist der Vorzeige-Banner.

      Ah, auch ich habe bei den Splitscreens etwas vergessen zu erwähnen. Ich sehe es wie du, auch mir gefallen sie, aber sie wurden viel zu überladen eingesetzt.

      Und aus genau diesen zwei Gründen - nur Teile eines Charakterdramas und der Schlusskampf - sage ich, dass dieser "Hulk"-Film unvollständig ist.

      Der Film mit Edward Norton steht derzeit definitiv auf der Eins, wenn es um den besten Hulk-Bruce-Banner-Film geht. Da erhält lediglich der mittelmäßige Bösewicht von mir einen Abzug. Aber hey, im Gegensatz zum Hulk-Film mit Eric Bana, hatte der mit Edward Norton wenigstens einen zu bieten. ;-)

      LG
      Stephan

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    4. Ich stimme dir nun einfach mal in allen Punkten zu :D

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