[Filme] The Dark Tower


I do not aim with my hand. He who aims with his hand has forgotten the face of his father. I aim with my eye. I do not shoot with my hand. He who shoots with his hand has forgotten the face of his father. I shoot with my mind. I do not kill with my gun. He who kills with his gun has forgotten the face of his father. I kill with my heart.

Schon seit Längerem wird der zwölfjährige Jake Chambers (Tom Taylor) von schrecklichen Albträumen heimgesucht. Wenn er zu erklären versucht, dass es sich dabei nicht bloss um Träume handelt, sondern dieser seltsame Ort mit dem Turm wirklich existiert, so glaubt ihm natürlich keiner. Das geht so weit, dass seine Mutter (Katheryn Winnick) Jake übers Wochenende in eine Art Klinik geben will. Als die Leute eintreffen, realisiert Jake zu seinem Entsetzen, dass es sich dabei um die Wesen aus seinen Träumen handelt...

Hier muss ich jetzt erst einmal tief durchatmen und mich sammeln, denn wenn man die Bewertungen zu diesem Film ansieht, dann muss man fast mit etwas ziemlich Schlechtem rechnen. Doch muss ich hier leider erwähnen, dass diese schlechten Rezensionen wohl nur daher kommen, dass es Leute gibt, die so fixiert sind auf eine Idee (hier die bekannterweise nicht verfilmbare Romanvorlage von Stephen King), dass wenn mal einer daherkommt und etwas daraus zu machen versucht (hier Nikolaj Arcel mit der Unterstützung von TADAAA Stephen King), es einfach nicht gut sein darf.

Damit tut ihr alle diesem Film enorm Unrecht!

Es mag etwas Anderes sein, ja, das sagt sogar King selber, der das Drehbuch durchgelesen und stellenweise überarbeitet hat, aber das muss ja nicht heissen, dass der Film schlecht ist. Das ist er nämlich nicht. Passendes Zitat Stephen Kings zum Thema:

„Das ist nicht ganz das, was in meinen Büchern drin steht, aber der Geist und der Ton wurden sehr gut eingefangen. Ich bin sehr glücklich.“ Quelle

Die Verfilmung bringt sogar das fertig, was mir bei einer Buchverfilmung immer sehr zusagt: Sie macht nämlich neugierig auf die Bücher. Ja, ich gebe zu, das Original bisher noch nicht gelesen zu haben, aber durch diesen Film sind die Bücher auf meiner Wunschliste ganz weit nach oben gerutscht.

Nur schon wie "The Dark Tower" daherkommt ist wunderschön. In diesem Film beissen sich Computergrafiken und reale Settings nicht, sondern zeigen, was machbar ist, wenn man beides gemeinsam einsetzen kann.

Auch die Handlung ist gut durchdacht, es gibt kaum Hänger und man wird als Zuschauer neugierig gemacht, wie diese neue Welt funktioniert. Wie zu erwarten, kommt es zu ein paar etwas zu langen Actionszenen, aber das kennt man vom heutigen Kino wohl kaum anders.

Vor allem hat mir die Dynamik zwischen Jake und dem Gunslinger Roland (Idris Elba) sehr gefallen. Natürlich trifft man auch hier auf bereits bekannte Elemente, aber sie haben eine besondere Beziehung zueinander, die beide Schauspieler schön auf die Leinwand projizieren. 

Dort finden sich für jene, die sich etwas im Universum von Stephen Kin auskennen, ausserdem ein paar kleine Easter-Eggs. Jeder kennt natürlich das Shining, aber wenn man sich achtet, fällt einem z.B. auch beim verlassenen Vergnügungspark etwas auf. Mehr verrate ich allerdings nicht.

Also nein, ich kann die negativen Rezensionen nicht nachvollziehen. Vielleicht mag "The Dark Tower" nicht mein filmisches Highlight 2017 gewesen sein, aber er verdient definitiv mehr Achtung als dass viele ihm geben.

Bechdel-Test: nicht bestanden
Es gibt einige Frauenfiguren, diese drehen sich jedoch bloss um Jake und interagieren leider nicht miteinander. 

Lieblingsszene: Als Jake und Roland in unsere Welt überwechseln und Roland durch sein Verhalten überall Aufmerksamkeit erregt (vor allem im Krankenhaus).


Produktionsland: USA
Originalsprache: Englisch
Originaltitel: The Dark Tower
Regisseur: Nikolaj Arcel
Label: Sony
Laufzeit: 95 Minuten
FSK: ab 12
Erscheinungstermin: 04.08.2017

Kommentare :

  1. Wow, also man kann, wenn man die ganzen negativen Kritiken jetzt hernimmt, von denen es ja extrem viele gibt, getrost jetzt behaupten, dass du für diese Verfilmung eine Lanze gebrochen hast.

    Interessant, deine Rezi. Also mich hat sie überzeugt. :-)

    LG
    Stephan

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    1. Diese Lanze musste ich wohl brechen, da ich es extrem unfair finde, dass man den Film so zerreisst, nur weil er anders ist.

      Danke dir :)

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    2. Gern geschehen. :)

      Das erinnert mich an mich und den ersten "Fifty Shades of Grey"-Film. Jeder, ein wirklich jeder hat den Film verrissen, und ich habe ihn in meiner Rezi in einem sehr sehr positiven Licht dargestellt. Auch da meinte jemand über einen Kommentar ebenfalls zu mir, dass ich für diesen Film eine Lanze gebrochen habe.

      Das ist ja das Schöne an diesen unterschiedlichen Meinungen und Film-Diskussionen. :)

      LG
      Stephan

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    3. Da hast du wirklich eine Lanze für den Film gebrochen! Auch ich erinnere mich nur an negative Kritiken.
      Genau, wäre ja langweilig, wenn jeder zu allem dieselbe Meinung hätte :)

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