[Filme] Captain America: Civil War


I retire for what, like, five minutes, and it all goes to shit.

Es sollte ein Einsatz werden wie viele andere auch, doch dann geht ein Auftrag im afrikanischen Lagos schief und die ganze Welt steht den Avengers plötzlich kritisch gegenüber. Es werden Forderungen laut, die Helden politischer Kontrolle zu unterstellen.

In Wien sollen die Verhandlungen dazu stattfinden. Doch dann wird der Kongress von einem fürchterlichen Anschlag heimgesucht, der einem König das Leben kostet. Die Überwachungsaufnahmen zeigen: Der Verantwortliche ist niemand anderer als der Winter Soldier (Sebastian Stan).

Steve (Chris Evans) weiss, dass sein Freund Bucky unschuldig ist. Doch nicht alle sind derselben Meinung und somit ist die Jagd eröffnet...


Und weiter geht es mit meiner Marvel-Phase. Nein so schnell wird die wohl nicht aufhören.

Unterdessen sind die Avengers bereits zu einem so starken Team zusammengewachsen, dass dieser Film, der eigentlich zur Reihe von Captain America gehört, eher wie ein Teil der Avengers-Filme daherkommt. Das ist übrigens keine Kritik, sondern eine Feststellung.

Eine Feststellung ist auch, dass „Civil War“ ein richtig geiler Streifen ist!

Zur Qualität etc. äussere ich mich hier aber nicht mehr, da ich in kurzer Zeit so viele Marvels gesehen und rezensiert habe, dass ich mich eigentlich diesbezüglich nur noch wiederholen kann. Deshalb wird es eine eher auf den Inhalt konzentrierte Rezension sein. 

Auch bei "Civil War" war ich etwas skeptisch. Da ich mich nicht spoilern wollte, hielt ich mich von grundsätzlichen Informationen über Handlung, Inhalt, Figuren etc. fern, dennoch war mir irgendwie nicht ganz klar, wieso Iron Man und Captain America sich plötzlich bekämpfen sollten. Dieser Gedanke war mir gar nicht geheuer. Ausserdem überkam mich meine altbekannte Angst, dass es schlussendlich nur ums Kloppen geht.

Gut, gekloppt wird auch, aber der Film hat auch genug Handlung, sodass das Gekloppe Spass macht, aber nicht dominiert. Naja, vielleicht ein wenig schon. Aber so, dass es zumindest mich nicht gestört hat, sondern im Gegenteil, alles irgendwie noch spannender gemacht hat.

Dennoch hat mir das ernste Thema von "Civil War" am besten gefallen. Zum gefühlten ersten Mal werden Superhelden hier zur Verantwortung gezogen. Bisher ging vieles kaputt, aber im nächsten Film waren alle Strassen auf wundervolle Art und Weise wieder ganz. Hier bauen unsere Helden mal richtig Mist (wenn auch ungewollt, dennoch mussten unschuldige Menschen sterben) und jemand sagt, dass das so nicht weitergehen kann.

Daraus entspringt der Zwist zwischen Tony und Steve, der in diesem Marvel-Werk noch viel tiefer gehen wird. Spoiler voraus: 
Als Zuschauer weiss man, dass Bucky unschuldig ist, und wird wohl automatisch die Seite von Steve wählen. 
Spoiler Ende.
Aber so einfach war es für mich dann doch wieder nicht. Obwohl ich wegen des oben genannten Faktes Team Steve war, so konnte ich doch auch Tonys Seite verstehen. Der im Film gezogene Vergleich der Helden mit Atomraketen kommt nicht von ungefähr. Auch ich würde mich wohler fühlen, wenn eine unabhängige Instanz zumindest rudimentär die Handlungen dieser übermächtigen Gruppe kontrolliert.

Wie gesagt, ich kann auch Steve verstehen, der seine Freiheit nicht einbüssen will und so weit muss ein solcher Vertrag auch nicht gehen. Immerhin sollen die Helden uns beschützen und nicht wie Hunde an der Leine gehen, sie brauchen einen gewissen Spielraum, den sie durch die aktuellen Pläne nicht hätten. Aber nun stolpern wir über dieses Wörtchen namens "Kollateralschaden". Wie der Junge, der einfach nur etwas Gutes tun wollte und zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort war. Dass Tony so etwas nicht noch einmal erleben möchte - wer will ihm das vergelten? Dieser Zug an ihm macht ihn mir gleich noch sympathischer.

Wenn man sich noch tiefer mit diesem Thema beschäftigen möchte, würde dies aber der Rahmen dieses Blogs sprengen. Auf jeden Fall bin ich gespannt, ob die ganzen Pläne gestoppt werden oder ob die Avengers unter sich etwas ausmachen. Das Ende ist ja auf jeden Fall versöhnlich, obwohl es etwas plötzlich kam. Wie gesagt, wollte ich bloss darlegen, weshalb ich beide Positionen verstehen kann.

Auf jeden Fall ein vielversprechender Film, der mir mit seinem ernsten und nachdenklichen Unterton sehr zugesagt hat.

Bechdel-Test: nicht bestanden
Ich bin mir nicht mehr sicher, ob es vielleicht ein "naja" war, auf jeden Fall noch nicht wirklich bestanden.

Lieblingsszene: Die Spiderman-Szenen (auch wenn ich mich noch immer daran gewöhnen muss, dass der irgendwie immer jünger wird *g*)


Produktionsland: USA
Originalsprache: Englisch
Originaltitel: Captain America: Civil War
Regisseur: Anthony Russo & Joe Russo
Label: Marvel
Laufzeit: 148 Minuten
FSK: ab 12
Erscheinungstermin: 28.04.2016

Kommentare :

  1. Der beste Avengers-Film, der eigentlich keiner ist. :-)

    Dieser Teil des Marvel Cinematic Universe (MCU) ist mein derzeitiger Lieblingsteil, hier passt meiner Meinung nach einfach alles.

    Das Interessante, aber leider gleichzeitig auch Doofe, ist, dass, wenn man sich nur alleine diesen Film, "Civil War", ansieht, man nicht versteht, wieso Tony Stark für die sozusagen Überwachung ist, und Steve Rogers dagegen. Hierzu muss man "Iron Man 3" und "The Return of the First Avengers" gesehen haben. Mir gefällt so etwas, aber Geizhälse werden sich sicher daran stören, dass ab der zweiten Phase des MCU jetzt wirklich alle Marvel-Filme wie Zahnräder ineinander greifen, aber ehrlich gesagt, ist so etwas nicht sonderlich neu. Schließlich ist es zum Beispiel bei Serien das Konzept schlechthin, hier halt lediglich die einzelnen Episoden, aber nicht einmal eine Serie schafft so einen enormen Umfang, der sogar noch weiter wächst in den nächsten Monaten, Jahren. Ein richtig dickes Lob an Marvel, die diese Mammut-Aufgabe mit Bravour beherrscht, den Überblick immer noch zu behalten - im Gegensatz zum Konkurrenten DC. :-)

    Da ich mich selbst sowieso als einen Menschen zähle, der gerne gegen das System protestiert respektive Probleme mit der Politik im Allgemeinen hat, war ich schon immer auf der Seite von Captain America. Ich gebe an dieser Stelle auch gleich zu, dass ich leider aufgrund dessen niemals über Tony und seine Beweggründe nachgedacht habe. Dieses einseitige Denken meinerseits war ein Fehler, ich sollte mir schon gründlich Gedanken machen, und beide Seiten abwägen - so wie viele reale Staatsoberhäupter auch.

    Die emotionale Einführung der neuen Figur Black Panther fand ich grandios.

    Tom Holland als neuer Spider-Man hat mir sehr zugesagt. Bereits in den ersten fünf Minuten hat man das Gefühl, er wäre mehr Spider-Man/Peter Parker als ein Andrew Garfield in zwei ganzen Filmen. Er übertrifft ganz knapp sogar Tobey Maguire, der für mich eigentlich immer der beste Wandkrabbler war - nicht nur, weil er damals der einzige war. :-)
    Dass Spider-Man/Peter Parker immer jünger wird, wie du meinst, damit habe ich persönlich nicht so ein Problem. Was mich allerdings stört ist, dass er immer noch auf der Schule ist und leiden muss. Im Internet las ich mal einen witzigen Kommentar. Da verlangte jemand, ihn doch endlich aus der Schule rauszunehmen, und ihn von seinem Mobbing-Leid zu erlösen. :-)

    "Civil War" konnte beziehungsweise durfte ja nicht versöhnlich ausgehen, denn, und jetzt kommt wieder die Intelligenz von Marvel zum Vorschein, jetzt sind die Helden in zwei Lager zerstritten, kurz bevor in "Infinity War" der Über-Bösewicht, Thanos, zum Vorschein kommt. Und gegen diesen übermächtigen Gegner kann man nur in Formation gewinnen.

    LG
    Stephan

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    1. Sehr schön ausgedrückt und sehr passend noch dazu :)

      Genau das gefällt mir so an dem Film. Man merkt, dass die einzelnen Filme nun nicht mehr einfach so für sich stehen, sondern dass alles eine Wirkung auf die Gegenwart bzw. die aktuellen Ereignisse hat. Marvel macht das echt grossartig und deshalb bin ich so fleissig daran, Marvel zu schauen. Immerhin wünsche ich mir diesbezüglich etwas mehr Durchblick :)

      Auch ich bin grundsätzlich gegen das System. Aber nur weil etwas gegen das System ist, muss es noch nicht unbedingt gut und richtig sein. Ich bin da wohl zu kritisch, weil ich auch die Kritiker kritisch beurteile. Deshalb kann ich mich politisch auch weder rechts noch links einordnen. Beide sind nicht wirklich das Wahre für mich....

      Bei mir hat aktuell Garfield Maguire als offizieller Spiderman abgelöst und das, obwohl ich die Amazing Spiderman-Filme noch gar nicht gesehen habe. Aber ich bin nachts gerne auf Youtube unterwegs *hust*
      Es wäre bestimmt ein Akt der Gnade, ihn vom Schulelend zu erlösen. Aber Bowling For Soup sang eins "Highschool never ends" - ich hoffe einfach, dass das nicht auch auf ihn zutrifft.

      Also ich freu mich ja schon auf die nächsten Streifen. Wie du schon sagst, Marvel fädelt das alles so geschickt ein, dass man einfach weiterschauen will. Momentan freue ich mich aber darauf, vielleicht demnächst mal Guadians of the Galaxy 2 zu sehen.

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    2. Ich freue mich auch schon drauf, wenn ich mir ebenfalls endlich "Guardians of the Galaxy Vol. 2" ansehen kann. :-)

      LG
      Stephan

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    3. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass du das vor mir schaffen wirst ;)

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    4. :-)

      Mehr sage ich dazu nicht.

      :-)

      LG
      Stephan

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    5. :-)

      Mach ich auch nicht.

      :-)

      Ich denke allerdings, bei mir wird es erst so weit sein, wenn die DVD beziehungsweise BluRay erscheint.

      LG
      Stephan

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    6. Bei uns kann ich das gar nicht so richtig sagen... das hängt alles vom Hexenmeister ab :D

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