[Filme] Sternenkrieger

Sternenkrieger, 2014

Die Erde ist schon lange unbewohnbar und die letzten Menschen treiben in einem Raumschiff durch den Weltraum auf der Suche nach einer neuen Heimat. Als die Crew auf einem erdähnlichen, aber dennoch feindlichen Planeten strandet, gerät die gesamte Mannschaft in lebensbedrohliche Gefahr. Nur Kate (Danielle Chuchran) kann den Aliens entkommen.

Doch wie kann sie ihren Freunden helfen? Ausserdem trachten ihr nicht nur die Aliens nach dem Leben, sondern auch seltsam maskierte humanoide Wesen. 

Als eines davon immer wieder Kates Nähe sucht, stellt sich ihr die Frage, ob sie dem Geschöpf trauen kann oder nicht...

"Sternenkrieger - Survivor" ist ein aus Crowdfunding finanzierter Film und dafür zumindest optisch sehr gelungen. An allem Anderen hapert es aber.

Wie gesagt, die Qualität der Kamera und auch der Effekte und Computeranimationen ist gut, daran lässt sich wirklich nichts aussetzen. Dass die Schauspieler nicht unbedingt geübt sind, kann man sich auch in etwa denken. Die Extras auf der Blu-Ray zeigen jedoch, dass die Crew beim Dreh Spass hatte und die Chemie stimmt, was für mich ebenfalls sehr wichtig ist. Auch die Stunts haben die Darsteller grösstenteils selbst gemacht. Danielle Chuchran ist wirklich auf diesen Geröllhaufen herumgekraxelt - was mich ebenfalls stark beeindruckt hat.

Dass der Film dennoch nicht überzeugen kann, liegt vor allem am Drehbuch. Hier hätte des Team um Regisseur John Lyde etwas mehr Zeit und Übung investieren sollen. Denn auch wenn das Rundherum gut ausgeführt ist, kann mich eine Geschichte oder die Figuren nicht überzeugen, nützt auch der Rest nicht viel.

Im Falle von „Sternenkrieger“ schaffen es weder die Figuren, noch die Handlung, einen guten Eindruck zu hinterlassen. Chuchran spielt Kate, die einfach zu überpowert ist und alles kann. Zum Beispiel die Szene mit dem Pferd. Reiten mag einfach aussehen, aber das ist es nicht. Man kann nicht einfach auf ein Pferd sitzen und losreiten. Kate hat noch nie ein echtes Pferd gesehen, kann aber perfekt und noch dazu ohne Sattel reiten. Geht nicht.

Überhaupt ist die gesamte Handlung viel zu sehr auf Kate fokussiert. Alle anderen Figuren sind eigentlich nur dazu da, um sie auf ihr Podest zu heben. Charakterentwicklung braucht es nicht, weil Kate einfach die perfekte Heldin ist, ohne Makel und Fehler. Das gibt in meinen Augen weitere Abstriche. Es gibt keine perfekten Menschen, sogar Marvel-Helden zeigen hie und da, dass auch sie Fehler machen.

Ebenfalls mangelhaft ist die Erzähltechnik. Die Handlung ist lückenhaft, springt zu sehr und fährt sich zu sehr auf einzelne Kampfsequenzen ein. Viele Dinge wiederholen sich, so könnte Kate, nachdem ihr der seltsame Fremde schon x-Mal das Leben gerettet hat, doch von selbst darauf kommen, dass er ihr nichts tun will.

Viel Filmzeit wird auch mit Klettereinlagen verschwendet. Dadurch wirkt das Ganze eher wie ein Werbefilm für Parcour, was bestimmt auch nicht schlecht wäre, aber nicht in einen Spielfilm passt. Mit der Zeit weiss der Zuschauer nämlich, dass der Planet aus vielen Steinen besteht, die man überqueren muss.

„Sternenkrieger“ hätte ein unterhaltsamer Film werden können, hätte man nicht so sehr am Drehbuch gespart. Oder etwas Geld in einen Abendkurs zum Thema Drehbuch-Schreiben investiert. Deshalb finde es sehr schade, dass hier sehr viele Punkte verschenkt wurden und ich als Zuschauerin meine liebe Mühe mit dem Streifen hatte. 

Bechdel-Test: bestanden
Immerhin das muss man dem Drehbuch lassen. Kate hat ein paar Freundinnen, mit denen sie sich unterhält und dann ist da auch noch das kleine entführte Mädchen. Klappt also alles wunderbar.
 
Lieblingsszene: keine 
 
 
Produktionsland: USA
Originalsprache: englisch
Originaltitel: Survivor
Regisseur:
John Lyde
Label: Ascot Elite
Laufzeit: 93 Minuten
FSK: ab 16
Erscheinungstermin: 2014

Kommentare :

  1. Hin und wieder spiele ich mit dem Gedanken, in ein Film-Serien-Crowdfunding-Projekt aus Spaß zu investieren, bin mir aber niemals ganz sicher. Dank deiner Rezi zu "Sternenkrieger - Survivor" habe ich endlich eine Bestätigung, wieso ich es bis jetzt gelassen habe, und auch für immer lassen werde. Es genügt nicht einfach nur, einen Film durch Unterstützung Dritter zu produzieren, man muss es auch wollen. Können muss man rein theoretisch nicht besitzen, aber so wie es aussieht, wäre es besser. Diejenigen, die diesen finanziell unterstützt haben, werden sich sicher so was von ärgern, und so möchte ich nicht enden. Ich unterstütze ja gerne Newcomer und Hobbyfilmer, aber man muss schon mit richtiger Leidenschaft Dabeisein, denn nur durch Leidenschaft kannst du das fehlende Können ausmerzen, da du dich selbstständig auf diesem Gebiet fortbildest mit allen Mitteln. Aber dennoch interessant, dass die Effekte und die Optik gelungen sind, und wenn die Macher diese optische Leidenschaft auch auf das Drehbuch übertragen hätten, indem sie Bücher gelesen, mit anderen Erfahrungen ausgetauscht, sich im Internet informiert hätten und so weiter, dann hätte aus diesem Hobby-Projekt mehr werden können.

    Rein Interessehalber möchte ich ihn mir eines Tages aber dennoch ansehen.

    LG
    Stephan

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  2. Können ist bei einem Projekt jeder Art bestimmt nützlich ;) Vielleicht finden die Unterstützer den film ja gut, so wie er ist? Ich weiss es nicht (wenn es sich um lauter Parcour-Sportler handelt, finden sie den Film bestimmt toll ;)
    Aber ich stimme dir zu: man muss sich stets fortbilden, immer und überall. Der Film hätte gut werden können, hätte man etwas mehr darauf geachtet.

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