[Filme] Halo: Nightfall

Halo: Nightfall, 2014

Show them there is more to being a soldier than just our armor.

Jameson Locke (Mike Colter) gehört der geheimsten Militäreinheit der Welt an: der ONI (Office of Naval Intelligence). Als Locke und sein Team einen terroristischen Angriff auf dem Planeten Sedra untersuchen, zündet ihr Ziel eine biologische Waffe, die auch einige in Lockes Team trifft. Doch dadurch stösst Locke auf eine Verschwörung, die ihn dazu zwingt, mit Commander Randall Aiken (Steve Waddington) zusammenzuarbeiten. Aiken hegt ein tiefes Misstrauen gegenüber ONI, aber als die zwei Truppen auf einem tödlichen Planeten landen, müssen alle zusammenarbeiten...

Auf den ersten Blick macht das Cover zu diesem Film nicht viel her. Computerspiel-Verfilmungen haben es ja grundsätzlich schwer und wir erwarteten nichts. Rein gar nichts. Wir dachten uns ein Trinkspiel aus und machten es uns mit etwas Hochprozentigem vor der Fernseher gemütlich. Wir erwarteten einen typischen Shooter, mit typischen Figuren und Handlungsabläufen, viel sinnlosem Geballer und wenig Inhalt.

Überraschenderweise waren wir schlussendlich weitaus weniger angetrunken als erwartet.

Denn "Halo: Nightfall" ist alles andere als das, was wir erwartet haben. Es ist tatsächlich eine richtige, durchdachte Handlung mit Tiefe vorhanden, es gibt Charakterentwicklungen, es gibt Wendungen und wirklich schöne Grafiken. Ehrlich gesagt, ich hatte kein einziges davon erwartet. Und das alles bekommen. Schlussendlich fand ich heraus, dass Ridley Scott als Produzent fungiert hat - vielleicht lag das Gelingen des Filmes daran?

Der Film legt schon von Anfang an ein grosses Tempo vor, man ist gleich mittendrin in der ersten Mission und plötzlich geht auch noch alles schief. Spannungsaufbau vom Feinsten, der auch aufrecht erhalten wird. Entgegen meiner Erwartungen war ich an keiner Stelle gelangweilt, sondern folgte den Abenteuern, Leiden und Sterben der Crew. Überhaupt geht es im Film nicht vornehmlich um sinnloses Geballere (auch wenn natürlich ab und an geschossen wird), sondern hauptsächlich um das Überleben der Crew und das Gelingen der Mission. Und nicht immer ist Rumgeballere dafür der richtige Weg (ausser man gehört zu den Expendables).

In einer anderen Rezension habe ich gelesen, dass die Handlung ohne Hintergrundkenntnisse von "Halo" ziemlich platt ist. Doch auch wenn die Geschichte selber vielleicht nicht vor Originalität tropft, so ist sie doch gut geschrieben, die Figuren real und glaubhaft und ich habe mich mehr oder weniger im Universum von "Halo" zurechtgefunden.

Denn dieser Film, der eigentlich eine Mini-Serie ist und hier zusammengefügt wurde, ordnet sich in die grosse "Halo"-Welt ein, bestehend aus Games ("Mittwoch ist Halo-Abend!"), Büchern und weiteren Filmen. Locke kommt an anderer Stelle bereits zum Einsatz, wo er einige tragische Sachen erleben muss.

Wie gesagt, ich selbst hatte keine Mühe, mich zurechtzufinden. Dafür habe ich nur einmal kurz begonnen, eines der "Halo"-Games zu zocken. Hat Spass gemacht, aber viel habe ich nicht mitbekommen. Dafür hat mich "Nightfall" umso mehr begeistert und hoffe deshalb sehr, dass die weiteren Filme ebenso gut sind wie dieser hier.

Schlussendlich klickten wir uns noch etwas durch die Extras auf der Blu-Ray (stets ein Zeichen dafür, dass uns ein Film sehr gut gefallen hat) und haben sehr viel Spannendes erfahren. Der Film arbeitet viel weniger mit Computergrafiken als ich gedacht hätte. Die schönen Settings sind nämlich alle echt - die Crew drehte u.a. auf Island! Das erklärt natürlich die wunderschönen Landschaften.

Toll auch immer Patzer und Pannen, denn die zeigen viel, ob sich ein Team versteht und hier hat die Chemie wirklich gestimmt. Das merkt man dann auch immer in der Interaktion der Schauspieler vor der Kamera.

Bechdel-Test: nicht bestanden
Schade, dafür gab es doch zwei Frauen im Team...

Lieblingsszene: Schwer zu sagen. Einerseits gefielen mir die Landschaftsaufnahmen sehr gut, andererseits aber auch die Diskussionen über das weitere Vorgehen. Diese wichtigen Gespräche, die die Gruppe oft entzweiten, sind grösstenteils aus sehr spannenden Blickwinkeln aufgenommen, um ihnen mehr Gewicht zu verleihen.


Produktionsland: USA
Originalsprache: Englisch
Originaltitel: Halo: Nightfall
Regisseur: Sergio Mimica-Gezzan
Label: Scott Free Productions
Laufzeit: 94 Minuten
FSK: ab 16
Erscheinungstermin: 17.03.2015

Kommentare :

  1. Du hast dich sicher schon hierüber informiert, aber dennoch möchte ich dir die Infos zukommen lassen.

    Die "Halo"-Welt auf DVD/BluRay ist doch schon groß geworden.

    Vier Filme gibt es bereits, und zwar
    "Halo Legends" (eine Anime-Kurzfilmreihe)
    "Halo 4: Forward Unto Dawn"
    "Halo: Nightfall"
    "Halo: The Fall of Reach" (Animationsfilm)

    https://de.wikipedia.org/wiki/Halo_(Spieleserie)#Verfilmungen

    https://www.amazon.de/s/ref=nb_sb_noss/253-3814960-4758113?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&url=search-alias%3Ddvd&field-keywords=halo

    Aber Achtung, lediglich der von dir (derzeit? *g*) rezensierte "Halo: Nightfall" wurde von Meister Ridley Scott produziert, somit könnten die anderen Projekte eventuell Gefahr laufen, Durchschnittsware darzustellen. Muss aber nicht sein, gerade bei den Anime.

    Ich selbst habe noch keinen einzigen "Halo"-Film oder irgendeine "Halo"-Serie (gibt es noch nicht, ist aber für irgendwann geplant) gesehen, aber bereits seit dem ersten Realfilm, "Halo 4: Forward Unto Dawn", wollte ich die Filme unbedingt sehen, und ich bin mir sicher, eines Tages werde ich dies auch.

    Deine Rezi bestätigt eine Meinung meinerseits über "Halo: Nightfall", welche ich sofort hatte, nachdem ich den Trailer sah, nämlich, dass es sich hierbei um eine gelungene Videospieladaption handelt, eben, weil Ridley Scott seine Finger im Spiel hatte. Selbst Durchschnittsware ist dank seiner Unterstützung qualitativ hochwertig, ein echter Künstler eben. Anhand deiner Beschreibungen besitzt "Halo: Nightfall" die typischen visuellen Merkmale, weil Ridley Scott ein ausgezeichneter Maler ist, lediglich der Inhalt seiner Bilder will nicht immer ganz funktionieren.

    Puh, dank deiner bisherigen Rezis (und sicher auch zukünftigen *zwinker*) weiß ich, was ich noch so alles nachzuholen habe. :-)

    Aber, wie sagt Barney Stinson aus "How I Met Your Mother" immer so schön: "Herausforderung angenommen!" :D

    LG
    Stephan

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    1. Ich finde, alle Filme und Anime aus der "Halo"-Welt klingen spannend und ich hoffe, irgendwann noch mehr davon sichten zu können. Auch wenn Scott nur bei diesem Film hier Produzent war. Mich fasziniert diese Welt und ich möchte sie besser kennenlernen.

      Scott ist eindeutig ein Künstler, das hast du sehr schön ausgedrückt. Toll, dass er es schafft, auch aus Massenware etwas Spezielles zu zaubern.

      Gleiches gilt umgekehrt - dank dir habe ich nun eine ellenlange Liste mit Filmen, die ich mir sehr gerne ansehen möchte :D Herausforderung angenommen! :D

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    2. Die "Halo"-Welt ist schon eine faszinierende und in den Bann ziehende. :-)

      :D

      LG
      Stephan

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    3. Stimmt, das ist sie wirklich :)

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