[Filme] Warcraft: The Beginning

Warcraft, 2016

Our hope is destroyed; there is nothing to go back to. Is war the only answer? 

Die Heimat der Orks ist zerstört und nicht mehr lebenswert, weshalb sich alle Stämme zusammenschliessen und gemeinsam mit dem Hexer Gul'dan eine neue Welt erobern wollen. Doch Stammesführer Durotan ist skeptisch und weigert sich noch, von der Fel-Magie zu nehmen, die die Orks noch stärker macht.

Unterdessen leidet die Welt der Menschen, Zwerge und Elfen unter den Angriffen der Orks, die die Lebensenergie für ihr Fel benutzen. Der Ritter Lothar, der junge Magier Khadgar und der König Wrynn setzen alles daran, wieder Frieden und Ordnung ins Land Azeroth zu bringen.

Doch erst, als das Halbblut Garona gefangen genommen wird und ihre Hilfe anbietet, kommt Hoffnung auf...

Als die ersten Trailer zu "Warcraft: The Beginning" online gingen, habe ich mir einen davon angesehen, gedacht "Nope" und es dann sein lassen. Ein paar Rezensionen habe ich noch überflogen, aber eigentlich interessierte mich der Film überhaupt nicht. Nicht wegen der Handlung oder dem Setting. Nein, weil ich Folgendes erwartete: tonnenweise Computereffekte, wenig Inhalt, ellenlange Prügeleien. Also in etwa das, was aktuelle Marvel-Filme (leider) noch zu bieten haben.

Natürlich schüttelte ich auch den Kopf, als der Hexenmeister mich fragte, ob ich nicht Lust hätte, den Film zu sehen. Schlussendlich kam es dann aber doch dazu, dass wir uns diesen Film ansahen. Ich weiss noch, wie mich der Hexenmeister irgendwann in der Mitte des Filmes fragte: "Schläfst du?", weil ich so still war.

In Wahrheit war ich jedoch völlig von "Warcraft" eingenommen und mittendrin im Geschehen.

Somit entpuppte sich dieser Film als etwas ganz Anderes als erwartet. Nämlich als wirklich guter Film ohne Längen und mit Hand und Fuss. Nein, das hatte ich wirklich nicht erwartet. Aber ist es nicht grossartig, derart positiv überrascht zu werden?

Fangen wir bei meinen erwarteten Kritikpunkten an: Die Computeranimationen sind grossartig und fügen sich nahtlos in die Szenerie ein. Dabei sind es keine angeberischen Bilder, in Sinne von "schaut mal, wie gross unser Budget ist!", sondern liebevolle, detaillierte Arbeit. Der animierte Teil passt hervorragend in die reale Szenerie, an keiner Stelle wirkt das Schauspiel aufgesetzt oder die eingefügten Charaktere fehl am Platze. "Warcraft" zeigt, was wirklich in einer Animation stecken kann. Nicht nur grossspuriges Rumgeprahle, sondern eine Möglichkeit, Fantasiewelten zum Leben erwachen zu lassen.

Die Handlung ist ebenfalls -wider erwarten- vorhanden. Und davon sogar ziemlich viel. Grundsätzlich besteht natürlich das "Gut gegen Böse"-Prinzip, wird aber angehm durchbrochen. Die Figuren bergen viel Identifikationspotential und jede hat ihren ganz eigenen Charakter. Auch die einzelnen Beweggründe werden gut dargestellt. Einzig die Fast-schon-Liebesgeschichte zwischen zwei der Figuren fand ich etwas zu sehr aufgesetzt.

Toll auch, dass hier nicht übertriebene und viel zu lang gezogene Kämpfe im Mittelpunkt stehen. Natürlich gibt es Kampfsequenzen, die aber nur so lange dauern, dass sie den Zuschauer zu fesseln vermögen und in die Geschichte hineinpassen.

All dies hätte ich nicht erwartet. Deshalb war ich erst völlig baff und schlussendlich extrem begeistert. Es dauerte deshalb auch nicht lange, dass ich mittendrin war und "Warcraft" viel zu schnell zu Ende ging. Welch schöne Überraschung ich hier erleben durfte!

Bechdel-Test: bestanden
Sogar hier überrascht der Film. Unter anderem ist es die Königin Taria, die Garona dazu bringt, den Menschen zu helfen. Zwar ist Taria für die Handlung selbst weniger wichtig, doch das Vertrauen, das sie Garona entgegenbringt, ist der Auslöser für weitere, wichtige Geschehnisse.

Lieblingsszene: Habe ich irgendwie keine, da mir der Film als Ganzes sehr gefällt.

 

Kommentare :

  1. Mich hat der Film schon angesprochen. Nicht wegen der Trailer, die ziehen wirklich niemanden in seinen Bann, sondern wegen des Regisseurs Duncan Jones (übrigens: der Sohn von David Bowie). Er hat in mehreren Interviews des Öfteren erwähnt, dass er eine riesiger "World of Warcraft"-Fan ist, und dies habe ich dieses Mal sofort geglaubt. Wieso? Nun, weil ich selbst so einen Riesenfan kennenlernen durfte vor einigen Jahren, der hat in seinem Urlaub sogar 14 (!) Stunden "World of Warcraft" gezockt. Und nicht nur wegen ihm, sondern auch wegen anderer weiß ich, dass es gerade bei diesem Game jede Menge Riesenfans gibt (die unter anderem sich zusätzlich in Kostüme werfen, und dies alles selbst spielen), aus diesem Grund habe ich Duncan Jones' Worte sofort ernst genommen. Des Weiteren, da ich ja kein Gamer, sondern ein Film- und Serienfan bin wie ja vielleicht bekannt *zwinker*, mag ich seine bisherigen Regie-Arbeiten, die sicher auch dir zusagen, solltest du sie nicht bereits gesehen haben. "Moon" und "Source Code" sind echt innovative, ambitionierte und spannende Projekte, daher wusste ich innerlich irgendwie, der Junge gibt sich Mühe. Zudem gehe ich persönlich mal davon aus, dass, wenn man so einen berühmten Vater wie David Bowie hat, er sicher darauf achtet, keine gröberen Fehler zu machen, beziehungsweise, um der Welt zu zeigen, dass er nicht nur 'der Sohn von ...' ist.

    Zurück zu "Warcraft: The Beginning":
    Obwohl ich bereits so euphorisch über diesen Film gesprochen, geschrieben habe, muss ich leider an dieser Stelle zugeben, dass ich ihn noch nicht gesehen habe, was aber irgendwann sicher nachgeholt wird, aber dank deiner Rezi weiß ich jetzt, dass mein oberer Absatz nicht zu übertrieben ist. :-)

    LG
    Stephan

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  2. Übrigens:
    Wie man sich anhand des Titels "The Beginning" sicher denken kann ist "Warcraft" eigentlich als Film-Reihe angedacht gewesen. Leider hat dieser erste Film an den Kinokassen viel zu wenig eingespielt (bei dem extrem hohen Budget eigentlich nicht verwunderlich), sodass weitere Teile nicht spruchreif sein werden. Einen kleinen Hoffnungsschimmer gibt es allerdings schon: Der immer größer und wichtiger werdende chinesische Markt. In China kam "Warcraft: The Beginning" nämlich richtig, richtig gut an, und zwar so gut, dass man eine Fortsetzung realisieren könnte mit chinesischen Geld, mit chinesischen Schauspielern logischerweise, sowie Drehorten in China.

    LG
    Stephan

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    1. Oh ja, WOW hat wirklich eine riesige und treue Fangemeinde, aber dass Jones selbst ein Fan ist, das war mir neu. Aber man merkt es wirklich, der ganze Film ist so genial gemacht - das kann doch nur ein wirklich treuer Fan zustande bringen! Von "Moon" habe ich schon viel Positives gehört, den Film habe ich aber leider bisher noch nicht gesehen.

      Nur schon das Ende des Filmes lässt darauf schliessen, dass es weitergeht. Aber schade, dass es hierzulande nichts wird. Da hoffe ich nun aber wirklich mal auf die Chinesen. Hoffentlich geht es weiter und hoffentlich natürlich in derselben Qualität, wie gezeigt!

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    2. Momentan heißt es in Bezug auf eine Fortsetzung: Warten. Und aufgrund der eher enttäuschenden US-Einspielergebnisse und dem Weg über China wird diese Wartezeit sicher noch sehr lange andauern. Das letzte, was ich las, war, dass es nicht einmal sicher ist, ob Regisseur Duncan Jones zurückkehrt.

      Hoffe wir also wirklich auf das Beste.

      LG
      Stephan

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    3. Das klingt ja nicht überzeugend :/ Wenn eine Fortsetzung, dann bitte mit demselben Regisseur! Ansonsten wird es wohl nur wieder eine Enttäuschung. Dann doch lieber keine...

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    4. Da kann ich dich beruhigen:
      In einem vor kurzem geführten Interview meinte Regisseur Duncan Jones, dass er schon wieder Lust auf eine Fortsetzung hätte.

      Aber wie du ja sicher auch weißt, zwischen heute sagen und dem tatsächlichen Tun bei einer Produktion (die meistens eher nach Jahren startet) liegen Welten.

      Ich gehe auch mal stark davon aus, dass es in Bezug auf Fortsetzung, egal aus welchem Land jetzt, sicher noch eine ganze Weile dauern wird, bis man Neues hierzu erfährt, von einer startenden Produktion ganz zu schweigen.
      Bedenke, wie lange hat es gedauert, bis das Projekt "Pacific Rim 2" nun endlich in die Gänge kommt? Die Fortsetzung zu diesem Kaiju-Film hat ja ebenfalls extrem lange gedauert, denn auch hier waren die Einspielergebnisse in den USA enttäuschend, aber extremst gut in China.

      Sagen wir mal so:
      So schnell würde ich mir an deiner, euer (gibt ja mehr WOW-Fans, die den Film toll fanden), Stelle nicht viel Hoffnung machen. Aber, auch die stirbt bekanntlich zuletzt. ;-)

      LG
      Stephan

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    5. Stimmt schon, das sind tatsächlich Welten. Aber mich freut es nur schon zu hören, dass Jones Bock auf eine Fortsetzung hat.

      Und ich warte gerne auf eine Fortsetzung (wenn es sein muss auch Jahre), wenn die dann auch gelungen und gut daherkommt. Geduld trägt Rosen. Ob die nun in den USA oder China blühen, kann mir dann fast schon egal sein ;)

      Genau - die Hoffnung stirbt zuletzt! Und ansonsten weiss ich, dass ich hier einen tollen, überzeugenden, grossartigen Film gesehen habe. Und das ist doch eigentlich die Hauptsache, wie ich finde :)

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    6. Und ob das die Hauptsache ist. :-)

      LG
      Stephan

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