[Filme] Sherlock: The Abominable Bride

Abominable Bride
Sherlock: The Abominable
Bride, 2016

Fear is wisdom in the face of danger. It is nothing to be ashamed of. 

London zur Zeit von Queen Victoria: Emelia Ricoletti (Natasha O’Keeffe) schiesst wahllos auf Passanten und bringt sich danach selbst um. Wie kann es also sein, dass die Tote im Brautkleid plötzlich überall in London auftaucht und Männer umbringt? 

Sherlock Holmes (Benedict Cumberbatch) und sein Partner Watson (Martin Freeman) machen sich daran, des Rätsels Lösung zu finden. Störend ist dabei nur, dass Sherlock immer wieder im 21. Jahrhundert zu sich kommt, obwohl ihm im viktorianischen London noch ganz andere Gefahren lauern...

Eigentlich ist dies ja kein Film, sondern ein Extra der "Sherlock"-Serie, aber ich nehme mir mal die Freiheit heraus, es hier als Film zu listen. Filmlänge ist gegeben, ausserdem ist es sozusagen ein Bindeglied zwischen zwei Staffeln. Deshalb wollte ich diese "Folge" auch nicht unter den Serien einsortieren.

Das Extra ist sehr atmosphärisch gestaltet und oftmals auch ziemlich gruselig. Das viktorianische London ist sehr detailreich und vor allem äusserst nebelig gestaltet. Dadurch entstehen einige gruselige Szenen, die den Zuschauer aber auch neugierig darauf machen, wie es nun weitergeht und was des Rätsels Lösung sein mag.

"The Abominable Bride" ist mit einigen interessanten Kameraaufnahmen ausgestattet und es wird oftmals mit Licht und Schatten gespielt. Damit steht diese Spezial-Folge den typischen "Sherlock"-Episoden in nichts nach. Tatsächlich tauchen die meisten bekannten Figuren auch in der Vergangenheit wieder auf und mit der Zeit nimmt dieser Film tatsächlich Inception-mässige Züge an. Dass ich das total genial finde, könnt ihr euch natürlich denken.

Man sollte jedoch bereits auf Höhe der Serie sein, bevor man sich dieses Weihnachts-Special ansieht, da es, wie erwähnt, als Bindeglied funktioniert. Man beginnt dort, wo die Serie aufgehört hat, und wechselt immer wieder hin und her. Es ist ein interessantes Spiel mit den Realitäten, könnte aber Spoiler enthalten, wenn man die letzte Staffel nicht bis zum Schluss gesehen hat.

Schauspielerisch kann man das erwarten, was man gewohnt ist. Ein wirklich hohes Niveau, glaubhafte Figuren und natürlich Benedict Cumberbatch in seiner Glanzrolle als Sherlock Holmes. Aber wirklich grossartig und alle anderen in den Schatten stellend ist Andrew Scott als Erzfeind Moriarty. Es ist wirklich keine leichte Sache, eine solche Figur darzustellen. Holmes ist zwar auch schwierig, aber Moriarty ist dann noch wieder etwas ganz Anderes und Spezielles.

Fans der "Sherlock"-Serie sollten und dürfen sich dieses Special nicht entgehen lassen. Wie gesagt, es ist das Stück zur nächsten Staffel. Ausserdem macht diese Folge einfach viel Spass, bietet das klassische Sherlock-Gefühl vermischt mit der Stimmung des modernen Detectives und die gewohnte Qualität.

Rundum ein supertolles Seherlebnis, das mir sehr viel Freude bereitet hat und auch die Zeit bis 2017 ein wenig verkürzt.

Bechdel-Test: nicht bestanden
Lustig, dass es um Frauenrechte geht, aber den Bechdel-Test dennoch nicht besteht. Nun ja, das Hauptaugenmerk liegt auch auf Sherlock's Ermittlungen und seiner Psyche.

Lieblingsszene: Die am Reichenbach :)

 

Kommentare :

  1. Die Serie wurde treffend als Intermission (Pause) bezeichnet.

    Als ich sie damals an Ostern 2016 im Fernsehen sah war ich regelrecht hin und weg, die Serie wird echt mit jedem Film (als Folge oder Episode kann man bei einer Länge von 90 Minuten nicht sprechen) immer genialer.

    Und an dieser Stelle muss ich dich auch gleich bestätigen:
    Leider ist dieses zum niederknien brillante Werk nur was für Leute, die auch bereits die dritte Staffel gesehen haben, denn sonst würden die mit sehr vielen unterschiedlichen Enden versehenen 30, 40 Minuten allesamt keinen Sinn ergeben.

    Die Szene am Reichenbach war Welt, stimmt. :-)

    Andrew Scott als Moriarty fand ich, ehrlich gesagt, in der ersten Staffel ziemlich blass, aber bei "The Abominable Bride", finde ich, hat er sich um ein vielfaches gesteigert. Er ist überhaupt ein perfekter diabolischer Bösewicht. Interessante Info: Er spielt beim derzeitig aktuellen Bond-Film "Spectre" mit, ebenfalls einen Bösewicht, nur halt nicht in der Größe eines Christoph Waltz als Franz Oberhauser. Ursprünglich war mal geplant, dass eigentlich Scott's Figur und nicht Oberhauser der Haupt-Bösewicht sein sollte. Schade, von ihm hätte ich doch gerne mehr gesehen, ich sehe ihm so gerne zu, wenn er so richtig böse ist. :-) Aber dafür haben wir ja 2017 Moriarty. :-) Ich hoffe, dort ist er wieder genauso gut wie in "The Abominable Bride".

    LG
    Stephan

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    1. Oh ja! Sherlock ist wirklich grossartig!

      Scott macht sich immer mehr. In diesem Film ist er wirklich zu seiner Bestform aufgelaufen, da stimme ich dir zu. Er passt so sehr in diese Rolle und gibt sie so grandios wider - unglaublich!

      Oh, Scott ist doch ein gutes Verkaufsargument für den Spectre-Film. Obwohl ich so an James Bond-Filmen interessiert bin.

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    2. Scott wäre eigentlich das bessere Verkaufsargument für den "Spectre"-Film, denn der Film im Gesamten hat mich nicht so überzeugen können. Zu seiner Verteidigung, als Nachfolger vom exzellenten "Skyfall" hat er es auch äußerst schwer.

      Andrew Scott wurde zwar als Moriarty immer besser, aber nichts gegen den aller schlimmsten Sherlock-Bösewicht, nämlich Lars Mikkelsen als Charles Magnussen im Finale der dritten Staffel. Übrigens, Lars Mikkelsen war auch ein kongenialer 'Bösewicht' in der dritten Staffel "House of Cards".

      LG
      Stephan

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    3. Skyfall haben wir damals noch im Kino gesehen, hat aber leider keinen besonderen Eindruck hinterlassen :/ Vielleicht schau ich mir die Filme irgenwann mal an, aber nur wegen Scott ;)

      Magnussen ist extrem deftig! Bin gespannt, ob wir von ihm noch mal was zu sehen bekommen. House Of Cards ist auch ziemlich berühmt, hat mich bisher aber nie sonderlich angemacht, wenn ich ehrlich sein darf...

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    4. So unterschiedlich sind Meinungen, denn ich war hin und weg von "Skyfall".

      Wäre genial, wenn der überraschend mal wieder bei "Sherlock" auftauchen würde, denn ihn ereilte in dieser Serie dasselbe Schicksal wir Moriarty, und wir wissen ja ab 2017, dass nicht alles so ist, wie es scheint. ;-)

      Ich war und bin immer noch beeindruckt von "House of Cards", ich mag ja solch ganz langsam vorangehenden Filme und Serien, die ihre Spannung sehr, sehr langsam aufbauen.

      LG
      Stephan

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    5. Ich glaube, damals hat er mir auch gut gefallen, aber unterdessen erinne ich mich überhaupt an gar nichts mehr aus dem Film... Aber ja, Meinungen sind unterschiedlich :)

      Genau - nichts ist wie es scheint. Ich bin schon so gespannt auf die neuen Folgen!

      Vielleicht versuche ich mich irgendwann doch auch noch an der Serie. Wer weiss :)

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  2. Ich liebe Sherlock, eine der besten Serien für mich, könnte ich immer wieder anschauen. Nun hab ich glatt wieder Lust darauf :-)

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    1. So geht es mir auch! Immer wieder schön, Gleichgesinnte zu treffen :)

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  3. Das ist lustig, ich hab darüber nie nachgedacht, aber jetzt, wo du's sagst: Die Folge besteht den Test tatsächlich nicht. Wohlmöglich sogar gar keine Folge. So viele Frauen, die mit einander reden, gibt es da ja auch gar nicht ^^.

    Ich liebe dieses Spiel mit den Realitäten auch und vor allem, wie mit dem Ende von Staffel 2 und Sherlocks Umgang damit gespielt wird.

    Ich freue mich schon extrem auf Staffel 4 :).

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    1. Stimmt, viel miteinander reden tun die Frauenfiguren da wirklich nicht. Dennoch hat die Serie einige tolle Frauen im Angebot, das macht einiges wieder wett :)

      Die Realitäten werden hier ganz besonders dargestellt und auch ich finde das grossartig. Zum Glück dauert es nicht mehr so lange bis Staffel 4 :)

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