[Filme] Killer God

Killer God, 2010
To the villagers living in Bali,
RANGDA the Queen of Witches
is the epitome of evil

Einsam lebt der frühere Professor Elkin (Mike McLay) auf einer einsamen Insel vor Toronto. Der Professor hat sich auf die Kultur und Religion Balis spezialisiert und lebt seine Faszination noch immer aktiv aus. Doch dann kommt Elkin unter seltsamen Umständen ums Leben. Polizist Gord Cooper (Frank J. Zupancic) nimmt sich des Falles an und erhält schlussendlich hilfe von Charlize (Virginia Leigh), der Enkelin Elkins. Charlize ist ebenfalls bewandert in den Gebräuchen Balis und bald schon stellen die zwei fest, dass sie es hier nicht mit einem typischen Mord zu tun haben...

Die Zusammenfassung des Filmes liest sich ziemlich spannend und lässt auf einen guten Horrorfilm schliessen. Das ist er zu Beginn auch. Natürlich merkt man, dass hier nicht so viel Budget zu Verfügung stand, aber das tut ab und zu auch mal ganz gut. Mir gefiel vor allem, wie sich die Insel Elkins mit ihren bunten Flaggen und Schreinen vom kanadischen Winter abhebt. Die Farben kommen durch den Schnee erst richtig zur Geltung.

Die Geschichte beginnt langsam und baut sich gut auf, man fühlt sich mehr in einem Thriller als in einem Horrofilm. Die Musik ist gut gesetzt und auch die Schauspieler sind ganz passabel, sodassman freut sich auf den Fortgang von "Killer God".

Leider verliert sich der gute Anfang ziemlich schnell. Die Spannung geht verloren und immer mehr Dinge scheinen unlogisch. Zwar werden einige Punkte aufgeklärt, dennoch überragen die Unstimmigkeiten. Das Zuschauen wird immer anstrengender und vom anfänglichen Thrill ist kaum mehr etwas da.

Wahrscheinlich will dieser Film einfach zu viel. Er will Horrorfilm sein, mystisch sein, dann auch noch gesellschaftskritisch... Ja, es gibt Regisseure, die das auf die Reihe bekommen, aber bei Stasch Radwanski Jr. hat es leider nicht geklappt. Hätte man weiter auf den Anfang gebaut und sich darauf konzentriert, einen guten Horrorfilm zu machen, hätte das bestimmt geklappt. So aber verzettelt sich der Film in irgendwelchen Kleinigkeiten und am Schluss bleibt nur noch Enttäuschung zurück.

Bechdel-Test: nicht bestanden
Nur Charlize ist wichtig. Und der Cop. Schon ein wenig einseitig.

Lieblingsszene: Wie bereits erwähnt, gefiel mir die Farbgebung. Vor allem zu Beginn, als Elkins Insel eingeführt wird. Sehr schön gemacht.

Kommentare :

  1. Ich versteh es nicht. Sicher, man kann mit mehr Budget und verfügbarer Zeit zum drehen seine Geschichte runder erzählen, so wie durch mehr Geld dem Zuschauer verständlicher machen. Es gibt aber auch, wie von dir bereits erwähnt, Regisseure, die es sehr wohl schaffen, eine runde und spannende Geschichte mit wenig Geld zu erzählen, und die richtig guten Kreativen können nicht nur dies, sondern zusätzlich auch noch Kritik mit einbringen an egal was oder wem, so wie in einigen anderen Genres zusätzlich wandern.

    Anhand deiner Rezi zu diesem Werk hier schafft es dieser Regisseur hier leider nicht. Ich werde einfach nicht schlau, woran es liegt. Vor allem, weil der Anfang immer sehr stark ist. Verliert irgendwann während des Drehs der Regisseur wirklich die Geduld, oder wird von Seiten des Studios Druck gemacht, weil Zeit und Geld knapper werden. Oder etwas haben Regisseure und/oder Studio gar kein Interesse am Film selber, sondern lediglich am Geld, welches sie machen (der Kommerz lässt grüßen).

    Manchen Filmen merkt man so etwas leider wirklich an, Fließband-Produktionen von Fließband-Regisseuren inszeniert, die nur die Gage für die Arbeit haben wollen, weil sie gerade das Geld gut gebrauchen können. Solche Personen und solche Filme zerstören leider das Ansehen von denen, die das erzählerische Medium wirklich schätzen.

    Es kann natürlich sein, dass ich, in Bezug auf "Killer God" mit meiner Meinung übertrieben habe, aber während des Lesens deiner Rezi dachte ich mir, auf dem Kommentar zu dieser Film-Rezi meinem Ärger Luft zu machen.

    LG
    Stephan

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    1. Anhand deines Kommentars merkt man, wie viel dir Filme bedeuten. Das ist doch auch schön. Auch ich rege mich oft über rasch hingekritzelte Bücher auf, die nur existieren, um Geld reinzubringen. Aber so funktioniert unsere Gesellschaft und es lohnt sich gar nicht, sich darüber aufzuregen. Und wer weiss - vielleicht gefällt ja genau dieser Film/dieses Buch jemand anderem und führt diese Person so weiter ins Metier ein?

      Jedoch habe ich bei Killer God nicht das Gefühl, dass er bloss des Geldes wegen existiert. Ich denke, dass sich das ganze Team sehr viel Mühe gegeben hat. Leider hat sie wohl irgendwann die Begeisterung überrannt oder irgendwer meinte, dass dieses und jenes auch noch gemacht werden sollte. Und dann hat man sich ganz einfach verzettelt. Darunter hat dann die Handlung gelitten - sehr schade um diesen Film, der anfangs wirklich vielversprechend war :(

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    2. Du hast natürlich absolut Recht, es ist auch gut möglich, dass die Macher zu enthusiastisch an die Sache rangingen, und sozusagen übers Ziel hinausschossen.

      LG
      Stephan

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    3. Schlussendlich werden wir es wohl nie erfahren, aber mein Gefühl sagt mir, dass dies hier der Fall war :)

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  2. Ein Horrorfilm, der eher ein Thriller ist und wo die Spannung schnell nachlässt. Ich glaube, der Film würde bei mir nicht einmal bis zum Ende durchlaufen. So auf den ersten Blick wäre es mal ein reinschnuppern wert, aber bei mir muss sich die Spannung bis zum Schluss aufbauen, andernfalls verliere ich schnell die Lust den Film zu sehen.

    Ich schaue gerne auch mal Filme, die mit wenig Budget gedreht wurden. Warum auch nicht, da kann ebenfalls etwas super gutes rauskommen. Wenn es aber an Story fehlt, dann fehlt's an allem.

    lg

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    1. Wir haben kurz daran gedacht, abzubrechen. Aber dafür war der Film dann irgendwie doch nicht schlecht genug, deshalb haben wir ihn zu Ende geschaut.

      Ich finde, das Budget sagt nichts über die Qualität eines Filmes aus. Denn genau wie du schon sagst: Ohne Story ist auch ein Blockbuster nicht viel Wert. Aber ein kleiner Film, der eine gute Geschichte erzählt, kann sehr viel wieder wett machen.

      Viele Grüsse
      Jari

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  3. Schade, das klang erst nach einem interessanten Film >.<
    Naja, vlt gucke ich ihn mir ja dennoch irgendwann mal an, nur um die Farbpracht im Schnee zu sehen ;D

    Liebe Grüße!

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    1. Die Farbenpracht hat wirklich etwas für sich - falls du dir den Film irgendwann doch ansehen solltest, bin ich auf deine Meinung dazu gespannt :)

      Viele Grüsse!

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