[Anime] DRAMAtical Murder


I feel like there are voices coming from inside my head rather than from outside it.

Aoba hat es nicht leicht: Er leidet unter starken Kopfschmerzen, Gedächtnisverlust und Schmerzen ausgerechnet in seinen Haaren. Ansonsten lebt er ein normales Leben und hält sich aus dem Bandenleben raus und auch das angesagte Cyber-Spiel "Rhyme" spielt er nicht. 

Doch als Aoba und sein Allmate-Partner Ren unvermittelt in ein Rhyme-Spiel gesogen werden, verändert sich Aobas Leben schlagartig. Seine Grossmutter wird entführt, neue Menschen tauchen in seinem Leben auf und Aoba muss sich fragen, welche Rolle er in diesem Spiel spielt...

Dieser Anime ist eine Adaption des gleichnamigen Boys Love-Games von Nitro+Chiral, aber auch wenn man mit diesem Genre nichts anfangen kann, kann man sich die Anime-Version getrost ansehen. Bis auf einen Kuss, der für die Geschichte unwichtig ist und eher am Charakter der Figur liegt, gibt es nichts in diese Richtung zu sehen.

Ansonsten sind vom Genre nur noch sehr viele männliche Charaktere (Frauen gibt es eigentlich nur in Form von Aobas Grossmutter) und viele Szenen, die man auch als Bromance betrachten kann, übrig geblieben. Eine logische Überlegung: auf diese Art und Weise erreicht man natürlich noch mehr Zuschauer.

"DRAMAtical Murder" ist in zwölf Folgen abgeschlossen, dazu gibt es noch eine OAV. Nach einer zweiten Staffel wird zwar oft gefragt, wird es aber nicht geben. Deshalb muss auch ich mich mit den paar Episoden zufrieden geben, obwohl die Geschichte und vor allem die Charaktere noch viel mehr zu erzählen gehabt hätten.

Hier liegt auch der grosse, zum Glück aber auch einzige Schwachpunkt: die wenigen Folgen sind mit Figuren zu überlastet. Jede hat richtig viel Potential und alle Freunde von Aoba erhalten ihre eine Episode, dennoch merkt man den Charakteren ihre Tiefe an. Und diese kommt einfach viel zu kurz. Auch die Handlung selber hat zu viele Punkte, zu viele Informationen, als dass diese in zwölf Folgen richtig dargestellt werden können.

Es wird zum Schluss zwar alles aufgelöst und erklärt, dennoch ist ein Zuschauer, der das Game nicht kennt (wie ich), schon ein wenig verwirrt. Zu viele Eindrücke, zu viel Information. Mir schwirrte teilweise ein wenig der Kopf. Hätte man etwas mehr Zeit gehabt, hätte man all diese Eindrücke bestimmt besser verarbeiten können.


Alles andere war für mich eigentlich top: Die Grafiken sind super, modern, am Computer entstanden, aber dennoch liebevoll und mit einem Händchen für Stimmung und Atmosphäre gestaltet. Die Farben sind satt, aber auch verspielt und wirken nicht platt, sondern richtig schön.

Die Musik orientiert sich am Setting, das in der Zukunft spielt. Rasante Töne und feine Melodien wechseln sich ab, es dominiert jedoch ein moderner Dubstep-Sound, der wohl auch die Zielgruppe ansprechen soll. Aber ich finde, es passt alles sehr gut zusammen und das ist für mich das Wichtigste.

"DRAMAtical Murder" lebt jedoch am meisten durch seine Figuren. Zwar stimmt es, dass sie etwas zu kurz kommen, jedoch liegt das bloss daran, dass sie alle so speziell sind. Ich möchte mehr über sie erfahren, mehr Zeit mit diesen Jungs verbringen. Hier findet man eine ganze Reihe von Charakteren, die ziemlich speziell sind. Am meisten mochte ich wohl Clear, der trotz seiner seltsamen Erscheinung für viele der Comedy-Einlagen verantwortlich ist. Aber ich gehe davon aus, dass für jeden etwas dabei ist (zumindest für das weibliche Publikum).

Mir hat das Schauen sehr viel Spass gemacht und ich habe nach jeder Folge über das Geschehene nachgegrübelt. Diese spezielle Welt ging mir nicht mehr aus dem Kopf und immer wieder fragte ich mich, wie das Ganze wohl zusammenhängen mochte. Das Ende kam dann doch ziemlich überraschend und mit Elementen, mit denen ich nicht gerechnet hatte.

Aus diesen Gründen erhält "DRAMAtical Murder" für mich die Bezeichnung gut bis sehr gut, denn wenn mich eine Serie so sehr einnimmt, dass ich mit Haut und Haaren dabei bin, dann kann ich es zumindest für mich persönlich nicht anders bezeichnen.

Kommentare :

  1. Dies ist eine äußerst interessante Anime-Serie.

    Also mir kommt es so vor:
    Sie bietet sehr viele Figuren, die mehr Charakterentwicklung und Story vertragen hätten, diese allerdings nicht bekommen, und dennoch anscheinend einigermaßen einen befriedigenden Abschluss erhielten. Also, aufgehört, dass es passt, dennoch könnte man mehr erzählen. Faszinierend.

    Die Serie ist zwar nach zwölf Folgen fertig, aber auch nicht, sie ist nämlich so fertig, dass es passt.

    Man ärgert sich darüber, dass es zu wenig Folgen gibt, weil somit sich keine Figur richtig entfalten kann. Aber andererseits ist man so angetan von dieser Welt und den Charakteren, dass man darüber hinwegsehen kann sozusagen.

    Ich hoffe, ich habe die Anime-Serie und deine Rezi richtig verstanden, jedenfalls oben von mir verfasstes ist meine erste Auffassung, nachdem ich deine Rezi las.

    Und noch einmal, ich finde dies richtig, richtig famos. Vom Bild her erinnert es mich an eine Waage, die aber genau in der Mitte stehen bleibt.

    LG
    Stephan

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    1. Genau, das Ende passt, alles wird erklärt - aber man hätte mehr daraus machen können. Meiner Meinung nach könnte man hier gut eine zweite Staffel einbauen, in der die Figuren mehr Platz für Entwicklung haben. Aber alles in allem ist der Schluss gut gemacht und stört in keinster Weise.

      Das Bild mit der Waage passt wirklich gut. Sehr schön ausgedrückt :) Und natürlich hast du den Nagel auf den Kopf getroffen :)

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    2. So etwas vermisse ich in der heutigen wirtschaftlich schnellen Welt:
      Serien, die einfach zu Ende erzählt werden (können).

      Danke für die Worte. :-)

      LG
      Stephan

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    3. Genau. Heutzutage ist alles darauf ausgelet, noch eine Staffel zu machen und vielleicht noch eine und noch eine. Und wenn es dann doch nicht mehr geht, steht man mit einem offenen Ende da...

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    4. Grundsätzlich geht, besser gesagt ging, es ja in Ordnung, wenn man eine Staffel mit einem Cliffhanger beendet, aber besser wäre es, man mache dies nur, wenn man weiß, dass eine weitere Staffel grünes Licht erhält.

      LG
      Stephan

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    5. Genau so sehe ich das auch. Cliffhanger können die Spannung enorm erhöhen - was super ist, wenn man weiss, dass es weitergeht, aber einfach nur gemein, wenn die Serie dann abgesetzt wird.

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    6. Absolut, nicht jede Serie hat so ein Glück wie zum Beispiel "Firefly", die die Serie in Form eines Filmes zu Ende erzählen konnte, nur, weil die Fans 'nervten'.

      LG
      Stephan

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    7. Das stimmt. Diesbezüglich ist "Firefly" etwas ganz Besonderes - die Fans natürlich auch.

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