[Filme] Fighting Beat 3

Wie iummer findet man im Ausverkauf interessante Dinge - thailändische Filme zum Beispiel. Dass "Fighting Beat 3" mit JeeJa Yanin als Hauptdarstellerin wirbt, war der Auslöser zum Kauf. JeeJa Yanin, wir erinnern uns, überezugt bereits in "Chocolate". 

Dass es sich bei "Fighting Beat 3" augenscheinlich um einen dritten Teil handelt, stört nicht wirklich. Sollten irgendwo Hinweise auf den früheren Teil mit JeeJa aufgetaucht sein, so waren die in diesem überaus chaotischen Film gar nicht auffällig.

Normalerweise gilt Japan als das Land mit den seltsamen und abgedrehten Ideen, doch mehr und mehr muss ich gestehen, dass zumindest im filmischen Bereich Thailand Japan ziemlich grosse Konkurrenz macht.

Dieser Streifen ist eine unterhaltsame Action-Komödie, die Hollywood den Spiegel vorhält, indem sie arttypische Szenen extrem übertreibt. So zum Beispiel die Szene, in der Jakkalan (JeeJa Yanin) sich zum ersten Mal rausputzt. Sehr deftig, sehr lustig und bleibt im Kopf.

Im gegensatz zu "Chocolate" wird hier definitiv Wert auf rasante Action und interessante Kämpfe gelegt. Jakkalan redet wenig, dafür spricht ihr Körper eine klare Sprache - vor allem, wenn ihr jemand an den Kragen will.

Im Film spielt Yanin eine Fahrrad-Drogenkurierin, die in einen Mafiakonflikt gerät. Interssanterweise wird während des Filmes eine eigentliche Nebenrolle immer wichtiger und macht Jakkalan den Rang als Hauptfigur streitig: Onkel Reuwang (Petchai Wongkamlao). Er wirkt harmlos, doch auch er hat Dinge zu verbergen.

In "Fighting Beat 3" geht es nicht nur im körperlichen Bereich hoch her, sondern auch im zwischenmenschlichen. Teilweise springen die Figuren, die alle an unerwiderter oder geheimer Liebe leiden, sehr hart miteinander um. Vor allem Jakkalan ist so richtig gemein zu Duan (Charlermsak Samkamung), obwohl er sich aufrichtig um sie bemüht.

Dieser Film mag kein Meisterwerk sein (das bezeugen auch die eher schlechten Bewertungen) und auch kein Vergleich zu "Chocolate", aber für mich genau das Richtige. Ein wilder Streifen mit verrückten Ideen, in dem es zur Sache geht und ein Fahrrad als Waffe eingesetzt wird. Ganz folgen konnte ich der Handlung nicht, die Figuren verhalten sich seltsam und nichts macht wirklich Sinn - aber genau deswegen macht dieser Film so viel Spass. 

Man kann sich zurücklehnen und entspannen. Man muss nichts verstehen, nichts interpretieren, sondern einfach nur zugucken und sich etwas über Thailänder amüsieren.

Thailand wird mir immer sympathischer :)

Lieblingsszene: Die mit dem schönen Kuchen - danach hatte ich den Rest des Abends Lust auf Schwarzwälder Torte :D

Bechdel-Test: naja bestanden
Jakkalan redet nicht viel und ist sowieso eher ein burschikoses Mädchen. Ansonsten kommt eine Gruppe Schlägermädels vor, die sich immer wieder anzicken und Jakkalan ein Ultimatum stellen.

 

Kommentare :

  1. Von "Fighting Beat 3" habe ich bereits gelesen, beziehungsweise einen Trailer auf der Internetseite schnittberichte.com gesehen, war ziemlich abgedreht von den Kampfszenen her, aber he, wie du bereits richtig meintest, das ist Thailand, auch ich finde, die haben in puncto Martial-Arts-Filme viel mehr drauf, Tony Jaa ("Ongbak") kommt ja ebenfalls von dort her.

    Es ist jetzt schwer zu sagen, ob es sich bei "Fighting Beat 3" tatsächlich um einen dritten Teil handelt, denn bei generell asiatischen Filmen nehmen die deutschen Übersetzungskünstler gerne einen erfolgreichen Titel her, und verpassen irgendeinem Film einfach diesen mit einer fortlaufenden Nummer dahinter.

    Weil du meintest, dass die Geschichte nicht ganz ein Meisterwerk ist:
    Ich bleibe weiterhin bei meiner Meinung, dass eine mittelmäßige Bewertung, wie sie die meisten Martial-Arts-Filme (meistens zu Recht) erhalten, einerseits zwar schon an der wirren Umsetzung liegt, aber andererseits größtenteils auch an der unliebsamen Synchronisation.

    LG
    Stephan

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    1. Thailand hat diesbezüglich wirklich viel zu bieten, da stimme ich dir zu. Ich schau mir immer lieber thailändische Filme an.

      Wir haben die Box gekauft ;) Im zweiten Teil ist Jeeja mit dabei, ich glaube, sogar in derselben Rolle. Aber dass man mit solchen Mitteln Zuschauer anlocken will, glaube ich dir sofort.

      Die Synchro war hier ganz in Ordnung, aber wie immer verbesserungswürdig. Vielleicht gibt es einfach auch viele Leute, die MA-Filme bloss schauen, um ihnen eine schlechte Bewertung zu geben? ;)

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    2. Martial-Arts-Filme sind ja auch so ein Phänomen, jeder spricht, schreibt schlecht über sie, aber dennoch sieht sie sich jeder immer wieder an. :-)

      Ich bin ja auch bereits vor längerer Zeit auf den Thailand-Filmzug aufgesprungen, und auch ich finde ihn (qualitativ) wesentlich besser als den Hongkong-Japan-China-was-auch-immer-Zug, der vermehrt ziemlich trashig daherkam.

      LG
      Stephan

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