[Filme] The Illusionist

Manche Filme spielen von Anfang an mit den Zuschauern, genau wie ein Zauberer auf der Bühne. Der Trick besteht darin, die Augen des Publikums vom eigentlichen Geschehen wegzulenken. Es ist alles ein grosses Verwirrspiel.

Genauso funktioniert auch "The Illusionist", ein perfides Katz-und-Maus-Spiel, bei dem nicht nur Inspektor Uhl gekonnt an der Nase herumgeführt wird.

Im Zentrum der Geschichte steht der Magier Eisenheim und seine Liebe zu Sophie. Die, aufgrund des Standesunterschiedes und der Verlobung mit Kronprinz Leopold, ausser Eisenheims Reichweite zu sein scheint. 

Aber wer weiss hier schon, was wirklich ist und was nicht? Genau dieses Spiel macht diesen Film so faszinierend und grossartig. Edward Norton brilliert hier als Eisenheim, kühl, kalkuliert und schlau wie ein Fuchs. Das ist ganz grosse Schauspielkunst, denn trotz des etwas starren Charakters kann Norton dennoch Gefühle transportieren. Die Leidenschaft für Sophie, die den Magier von jungen Jahren an begleitet.

Jessica Biel als Sophie war mir teilweise etwas zu trocken, vielleicht verblasste sie in meinen Augen auch bloss neben Edward Norton. Bei ihr fühlte ich jedoch weniger Emotionen übertragen, was jedoch auch von ihrer natürlichen Ausstrahlung herführen kann.

"The Illusionist" ist wunderbar in Szene gesetzt, man wird sofort ins Wien des 19. Jahrhunderts versetzt, mit all seinem Glanz, seiner Ausstrahlung und -ja- auch seiner Magie. Die Kostüme und das Setting wurden mit grosser Sorgfalt gestaltet, gedreht wurde unter anderem in Tschechien.

Man muss bei diesem Film etwas bei Stange bleiben, man kann nicht alles auf den ersten Blick erkennen, aber das ist auch so gewollt. Genau dieser Part hat mir an "The Illusionist" so gefallen, neben der Atmosphäre und den schönen Aufnahmen natürlich. Mir pesönlich gefallen Filme, die man sich nicht einfach nur anschaut, sondern die auch zum Mitdenken animieren.

Bechdel-Test: nicht bestanden
Wie denn auch, wenn nur eine einzige Frau vorkommt? Wird etwas schwierig, nicht wahr? ;) Alle anderen Frauenrollen sind eher Statisten und kommen nur am Rande vor.

 

Kommentare :

  1. Sogar bei dem Trailer zu diesem Film handelt es sich um eine gut gemachte Illusion, denn man erwartet anhand der Vorschau, dass es sich hierbei um eine Art Krimi-Thriller handelt, niemand erwartet sich aus diesen 2 Minuten 23 Sekunden heraus, dass es sich in Wirklichkeit um ein Verwirrspiel der intelligentesten Art handelt.

    Wie du bereits gemerkt hast, bin auch ich von diesem Werk voll angetan, und auch ich kann es nur wärmstens weiterempfehlen, leider reiht sich dieser Film ein in dieselbe Liste wie beispielsweise "The Game" von Virtuose David Fincher oder auch "The Sixth Sense", wenn du ihn dir ein zweites oder mehrere Male nach dem ersten ansiehst, dann geht leider die Spannung und besonders die Überraschung flöten, und mindert dadurch ein klein wenig das Sehvergnügen - aber nur ein klein wenig. :-)

    "The Illusionist" ist genau wie Christopher Nolan's "The Prestige - Die Meister der Magie", anfangs glaubst du, alles genau zu durchschauen, aber dann wird der Vorhang gelüftet, und alles dreht sich um 540 Grad (180 mal 3).

    Auch ich fand die Schauspielerin Jessica Biel ein klein wenig blass, schon komisch, hat sie nach dem Verlassen der Serie "Eine himmlische Familie" verlernt, wie man schauspielert, oder hat sie durch ihren versuchten Image-Wandel im Mitwirken von Action- und Horror-Filmen sich eingehämmert, dass es keine große Schauspielkunst braucht? :-) Gemein, ich weiß. :-)

    LG
    Stephan

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    1. Ein schöner Kommentar deinerseits, dem ich nur zustimmen kann. In allen Punkten.
      Natürlich verlieren solche Filme irgendwann an Reiz, weil man dann ja weiss, worauf es hinausläuft. Allenfalls kann es interessant sein, den Film ein zweites Mal zu sehen, um von Anfang an die Tricks und Hinweise zu suchen, die einem beim ersten Mal nicht aufgefallen sind.
      Und Jessica Biel... wer weiss? Sie ist Jessica Biel und vielleicht hat ihr irgendwer gesagt, dass es reicht, wenn ihr Gesicht im Film vorkommt und es nicht mehr braucht? ;)

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    2. Danke. :-)

      Ich persönlich habe mit dieser Prämisse eigentlich gar kein Problem, auch, wenn ich den Ausgang kenne, sehe ich mir den jeweiligen Film immer noch sehr gerne ein paar weitere Male an, eben, wie du schon richtig meintest, um mich besser auf andere Sachen konzentrieren zu können.

      Das mit Jessica Biel, ja, dies könnte auch mit ein Grund sein. :-)

      LG
      Stephan

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    3. Manche Filme verdienen es, mehrmals angesehen zu werden und werden auch dann nicht langweilig. Manche, weil es viele versteckte Sachen zu entdecken gibt, manche, weil sie einfach noch immer unterhaltsam bleiben. Toll, dass es solche Filme gibt :)

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    4. Kann ich nur unterstreichen. :-)

      LG
      Stephan

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