[Filme] V für Vendetta

London im Jahre 2030: Grosskanzler Adam Sutler hat die Macht über Grossbritannien an sich gerissen und die Angst der Menschen dazu benützt. Er gaukelt ihnen Sicherheit vor, aber eigentlich befindet England sich in einer totalitären Herrschaft.

Nur einer erhebt sich gegen die Umstände: Ein maskierter Mann, der sich "V" nennt. Als die junge Evey von eben jenem V gerettet wird, kommt sie nicht mehr von diesem faszinierenden Mann los. Und während London auf den 5. November wartet, findet langsam ein Umdenken statt...

"V wie Vendetta" beruht auf dem gleichnamigen Comic von Alan Moore und David Lloyd und obwohl ich erst zwei Bände des Originals gelesen habe, bin ich der Meinung, dass der Stoff trotz vieler Änderungen gut verfilmt wurde. Die düstere Stimmung, die Terrorherrschaft, die greifbare Angst und Vs Charakter wurden gekonnt eingefangen und direkt auf Film gebannt.

Je öfter ich den Film sehe, desto grandioser finde ich ihn. Er hat so viel Tiefe und eine Botschaft, die uns direkt betrifft. Obwohl Vendetta in der Zukunft spielt, wird der Grundstein für diese Art der Gesellschaft jetzt gelegt. Im Hier und Heute. Politiker schüren Ängste und versorgen uns dann mit den (in ihren Augen) richtigen Heilmitteln dagegen.

Ist diese Situation erst einmal festgefahren, braucht es jemanden wie V, der nichts mehr zu verlieren hat. Mit einer riesigen Explosion erschüttert er die armen Schäfchen und weckt sie aus ihrem künstlichen Schlaf. Der Film zeigt diese Erschütterung mit atemberaubender Klarheit und phänomenalen Bildern. Dabei ist der Streifen unaufgeregt und schafft es, an keiner Stelle zu übertreiben oder gefühlsduselig zu werden.

Obwohl man Vs Gesicht während des Films nicht sieht, ist es dennoch keine einfache Sache, einen solch komplexen Charakter darzustellen. Meiner Meinung nach hat Hugo Weaving das sehr gut hinbekommen. Auch Natalie Portman als Evey überzeugt, obwohl ich die Schauspielerin sonst nicht so gerne mag.

Dieser Film hinterlässt Spuren. Man kann ihn nicht "einfach nur sehen", man muss dabei sein und sich mit Vs Ansichten auseinandersetzen. Schlussendlich muss man selber entscheiden, wie weit man mit diesen Ansichten übereinstimmt. 

 


Kommentare :

  1. Ein wirklich außergewöhnlicher und auch sehr schwer zugänglicher Film.
    Ich musste/muss ihn mir öfter ansehen, um ihn einigermaßen zu verstehen, was bei diesem Film aber in Ordnung geht, denn er verdient es, ihn öfter zu sehen.

    Beim ersten Mal ansehen habe ich den Fehler gemacht, und ihn 'einfach nur gesehen'.
    Aber du hast recht, man darf ihn nicht einfach nur sehen, man muss richtig dabei sein, dies ist wahrscheinlich auch der Grund, weshalb der Film nicht sonderlich erfolgreich wurde, null Action, viel Handlung und Botschaft.

    Der Trailer ist auch keine sonderliche Hilfe, denn dieser vermittelt den Eindruck, es handelt sich hier um einen Actionfilm, was er aber definitiv nicht ist.
    Und dass die Wachowski-Geschwister (Regisseure der "Matrix"-Trilogie) zusätzlich involviert waren (Drehbuch ist von ihnen) hilft auch nicht sonderlich, um den Film "V wie Vendetta" richtig zu vermarkten.

    Interessant und traurig ist, dass, obwohl der Film in der Zukunft spielt, er wesentlich näher an der realen, heutigen Welt dran ist, als irgendein anderer Dystopie-Filme.
    Leider haben wir in unserer realen Welt keinen 'V'.
    Und diejenigen, die glauben 'V' zu sein, die korrumpieren leider auch eines Tages.

    Hugo Weaving als 'V' ist klasse, wenn eine Figur kein Gesicht, und somit keine vermittelbaren Emotionen, zeigen kann/darf, dann muss dies der jeweilige Schauspieler, die jeweilige Schauspielerin mit ihrer Stimme machen, und Hugo Weaving beherrscht dies perfekt.
    Seine Art durch die Maske zu reden hat mich sehr ans Theater erinnert. :-)

    LG
    Stephan

    P.S.:
    Ich mag Natalie Portman. :-)
    Außer in den "Star Wars"-Filmen, da hat sie mir als modebewusste Königin Amidala nicht sonderlich zugesagt, erst, als sie zu kämpfen anfing.

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  2. Diesen Film sollte man sich sogar mehrmals ansehen. Ich glaube, mit jedem Mal gewinnt er mehr an Qualität und Inhalt.

    Die ganze Vermarktung des Filmes schien auf Action hinauszulaufen, auf IMDB ist er u.a. auch mit der Kategorie "Action" markiert. Aber wenn jemand einen Action-Film erwartet, wird er schwerlich Gefallen an "V wie Vendetta" finden.

    Er ist sehr nahe an unserer Realität dran. Der Comic spielt 1990, was einen ziemlich erschüttern lässt. Dasselbe bei Orwells "1984". Wie manche Leute die Entwicklung der Gesellschaft beobachten und auswerten können, ist faszinierend.
    Ob es jemals einen "V" geben wird? Wer weiss. Ich weiss nicht einmal, ob ich ihm folgen würde...

    Hm... auch als Amidala hatte ich etwas Mühe mit der Frau :D Aber jedem das Seine, nicht wahr? ;)

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    1. Stimmt. :-)

      Mein Fall wäre sie auch nicht. :-)

      LG
      Stephan

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